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Fortsetzung Teil 8

Da wir in unserem Haus noch keine Sitzgelegenheiten hatten, gingen wir los, um uns entsprechende Möbel anzusehen. Ein richtiges Möbelgeschäft in Chiangmai zu finden war gar nicht so einfach. In den meisten Geschäften gab es nur die Billigware. Da die Thais sowieso in den meisten Fällen auf dem Fußboden sitzen, ist deren Bedarf an Sitzmöbel gering. In dem von uns ausgesuchten Möbelgeschäft, welches uns als „gut“ empfohlen wurde, schauten wir uns dann um. Meiner Frau gefiel eine Sitzgelegenheit besonders gut, zumal der Verkäufer sie auf eine Werbeaktion aufmerksam gemacht hatte. Zu dieser Sitzgelegenheit sollte es noch gratis einen Tisch dazugeben. Schnell hatte sie den dazu passenden Tisch ausgesucht. Als der Verkäufer dann die Bestellung aufnehmen wollte, frug ich nach, ob die Anlieferung noch heute erfolgen könne. Meine Frau übersetzte dies und der Verkäufer entfernte sich. Offensichtlich musste er Rücksprache nehmen. Eine ganze Weile passierte nichts. Dann kam eine Verkäuferin, offensichtlich die Vorgesetzte und fing mit meiner Frau eine längere Diskussion an. Es dauerte etwas, bis mir meine Frau die Übersetzung lieferte. Die Lieferzeit wäre mindestens vier Wochen. Außerdem gäbe es als Werbung nur einen kleineren Tisch dazu. Wenn wir den ausgesuchten Tisch haben wollten, müssten wir den vollen Preis bezahlen. Meine Frage, ob wir denn den Tisch bekommen könnten, wenn wir nur den Differenzbetrag bezahlen würden, konnte die Verkäuferin nicht beantworten. Sie entfernte sich, um vermutlich bei ihrem Chef nachzufragen. Die Zeit verstrich und nichts geschah. Langsam wurde ich ungehalten. Während dieser Wartezeit konnte man immerhin nichts anderes machen. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam die Verkäuferin mit ihrem Chef und es begann erneut eine längere Diskussion. Das Ergebnis war, das der Tisch voll zu bezahlen sei. Eine Differenzzahlung oder ein sonstiges Entgegenkommen wurde abgelehnt. Damit war dieses Möbelgeschäft für uns uninteressant geworden. Sehr verärgert verließen wir dieses „gute“ Geschäft. Es war eigentlich schade, da dort außer Möbel noch viele andere Einrichtungsgegenstände, von guter Qualität, angeboten wurden. Vielleicht werden wir, wenn unser Ärger verflogen sein wird, dieses Geschäft doch noch einmal aufsuchen. Jetzt machten wir uns erst einmal auf die Suche nach einem anderen Möbelgeschäft. Nach einiger Zeit wurden wir fündig. Als wir den Laden betraten, wurden wir sofort von mehreren Verkäufern umlagert. Kein Wunder, man hatte den Eindruck, dass es mehr Verkäufer als Möbel gab. Unmissverständlich machte ich ihnen klar, dass wir uns in Ruhe umsehen wollten. Dies gelang zwar nicht ganz, denn immer wenn wir uns einem Möbelstück etwas länger widmeten, kam ein Verkäufer bzw. eine Verkäuferin. Von der reichlichen Auswahl interessierten uns dann zwei Sitzgelegenheiten besonders. Sofort kam eine Verkäuferin mit ihrem großen Taschenrechner und fing an, wie wild Zahlen einzugeben. Nach mehrmaligem Tippen zeigte sie uns dann den Preis. Meiner Frau sagte ich, ohne zu zögern „zu teuer“. Nun wiederholte sich die wilde Tipperei. Das Resultat war nur unwesentlich billiger. Ich schüttelte heftig mit dem Kopf und die Verkäuferin zog ab, um vermutlich ihre Vorgesetzte zu holen. Wir suchten zwischenzeitlich nach einem passenden Tisch. Auch hier war die Auswahl groß und somit auch die Qual der Wahl. Letztendlich zogen wir auch hier zwei Tische in die engere Auswahl. Nun kam vermutlich die Chefin des Unternehmens und fing mit meiner Frau an zu debattieren. Der obligatorische große Taschenrechner war auch hier das wichtigste Werkzeug. Nach einer längeren Zeit kamen nun meine Frau, die Chefin und die Verkäuferin zu mir und hielten mir den Taschenrechner unter die Nase. Der Preis hatte sich deutlich reduziert. Meiner Frau gab ich zur weiteren Verhandlung mit auf den Weg, dass wir noch einen weiteren Tisch brauchen würden und was das am Ende insgesamt kosten würde. Zwischenzeitlich hatten wir uns auf einen Tisch geeinigt. Was muss ich hier wieder schreiben? Das obligatorische Verhandeln meiner Frau mit den Verkäuferinnen begann erneut und ich musste mich wieder einmal in Geduld üben. Als sich die Chefin mit ihrem Taschenrechner wieder auf mich zubewegte, wusste ich jetzt bin ich wieder an der Reihe. Als ich die Zahl sah, schmunzelte ich innerlich, denn es war ein sehr fairer Preis. Aber ich konnte es nicht lassen und senkte den Daumen nach unten. Wieder wurde debattiert. Meine Frau sagte mir, dass man den Preis nun nicht mehr weiter runterhandeln könnte. Es kam dann so, wie meine Frau es vorhergesagt hatte. Die Verkäuferin gab uns zu verstehen, dass dies der äußerste Preis sei. Ich ließ fragen, ob heute noch angeliefert werden könne. Dies wurde umgehend bejaht. Ich stimmte dem Kauf zu und gab der Verkäuferin einen Vordruck mit unserer Adresse, damit sie den Kaufvertrag erstellen konnte. Alles in allem dauerte der Kauf insgesamt fast eine Stunde. Die Verkäuferin füllte den Kaufvertrag von Hand aus um dann die Daten an der Kasse noch einmal in den Computer eingegeben. Wir nutzten die Zeit, um uns im Geschäft nach weiteren Dingen umzusehen. Es gab Einiges, was für uns infrage gekommen wäre, aber wir beließen es erst mal bei dem, was wir erstanden hatten. Zum Abschluss zückte ich meine Kreditkarte und bezahlte die vereinbarte Summe. Am Abend trafen die Möbel, wie abgesprochen, bei uns zu Hause ein. Als ich mir die Ladungssicherung des Pick-ups ansah, kreisten meine Gedanken um meine frühere Arbeitsstelle. Dort war ich unter anderem auch für die Last und Hebemittel zuständig. So hätten wir niemals ein Fahrzeug vom Hof gelassen. Schnell unterdrückte ich diese Gedanken und dachte mir, du bist in Thailand und wichtig ist nur, dass die Möbel unbeschädigt angekommen sind. Das Abladen und Aufstellen ging flott voran. Vermutlich, weil der Feierabend kurz bevorstand. Nachdem alles so stand, wie wir dies wünschten und die Unterschrift für die ordnungsgemäße Anlieferung geleistet hatten, verabschiedeten sich die Anlieferer. Nun sah unser Wohnzimmer wesentlich freundlicher aus. Wir hatten nun einen Esstisch mit vier Stühlen, einen großen Kühlschrank, eine Couchgarnitur und den dazugehörigen Tisch. Der bereits gekaufte Fernsehapparat und die Anbauwand, die zum Haus gehörte, rundeten das Bild ab. Wir hatten damit die teuersten Anschaffungen hinter uns gebracht. Wenn man von einer kleinen Hütte in ein großes Haus zieht, fließt das Geld nun einmal nur so in Strömen. Aber wir wollten es ja auch schön haben.

Am Abend zappte meine Frau durch die 140 Programmkanäle, rauf und runter. Es gab nicht einen Sender, der meiner Meinung nach, ein annehmbares Programm bot. Das Niveau der Thaifernsehsender ist meiner Einschätzung nach, erschreckend. Am Schlimmsten finde ich, dass auch zu Zeiten an denen auch Kinder vor dem Fernseher sitzen, sehr brutale Filme gezeigt werden, in denen z. B. Köpfe abgeschlagen oder Frauen lange gequält werden. Auf irgendeinem Kanal läuft mit Sicherheit immer, einer der in Thailand geschätzten Geisterfilme. Für mich stand vorneweg fest, dass das Thaifernsehen mit mir keinen Liebhaber finden würde. Ich beschränke mich lieber aufs Internet. Später wollte ich dann noch ein Programm installieren, um deutsches Fernsehen sehen zu können. Irgendwann, an diesem Abend, funktionierte der Fernsehapparat plötzlich nicht mehr. Ich sagte meiner Frau, dass dies die Folge ihres ständigem rauf und runter Gezappes wäre. Dies war natürlich Unsinn, aber es verfehlte zumindest die Wirkung nicht. Nur widerwillig nahm ich mich diesem Problem an. Nach ein paar Tests kam ich zu dem Schluss, dass irgendetwas mit dem Receiver nicht in Ordnung sei, und bat meine Frau den Monteur anzurufen. Diesmal wollte sie nicht, wie sonst üblich, bis zum nächsten Morgen warten, sondern sie rief den Monteur sofort an. Er sagte zu, am nächsten Tag kommen zu wollen. Auf eine Uhrzeit angesprochen konnte meine Frau keinen Zeitpunkt nennen. Eine Zeitabsprache scheint unter Thais unüblich zu sein. Man wartet eben einen ganzen Tag bis dann tatsächlich jemand kommt, oder auch nicht. Ich machte meiner Frau klar, dass ich keinesfalls den ganzen Tag zu Hause ausharren würde. Notgedrungen nahm sie ihr Handy und sie machte mit dem Monteur einen Termin für den folgenden Vormittag aus. Am nächsten Tag dauerte es bis fast zum Mittag, bis der Monteur tatsächlich endlich kam. Er stellte mit seinem Prüfgerät fest, dass der Fernsehapparat defekt sei. Meine Frau war richtig geknickt. Ihr liebstes Spielzeug war defekt. Unbeholfen fragte sie, was wir jetzt machen sollten. Ich schlug vor, das Gerät einzupacken und mit allen Papieren zurück ins Geschäft zu bringen. Sie lamentierte, dass es in Thailand unüblich sei, etwas umzutauschen. Ich bat sie, sich anzuziehen, damit wir losfahren konnten. Der Monteur nahm für seine Tätigkeit kein Geld und verabschiedete sich. Da ich schon fertig angezogen war, musste ich nur noch auf meine Frau warten. Während dieser Zeit schloss ich alle Fenster und Türen. Dies macht im Regelfall meine Frau. Sie verrammelt alles. Selbst im Schlafzimmer, welches sich im oberen Teil unseres Hauses befindet, schließt sie abends die Tür und verriegelt diese zusätzlich. Scherzhaft sagte ich ihr schon mehrmals, dass uns sicherlich niemand stehlen würde. Aber da gibt es ja die Geister „schmunzel, schmunzel“. Als ich die Küchentür schließen wollte, klemmte diese so stark, dass ich größere Kraft brauchte, um sie zu schließen. Als meine Frau endlich erschien, frug ich nach, seit wann denn die Tür in der Küche so schwer zu schließen sei. Die Antwort hätte mich vom Hocker gerissen. Die Tür ließe sich von Anfang an so schwer schließen und dies sei auch in Ordnung. Ich erklärte ihr, dass dies keinesfalls in Ordnung sei und sie sofort die Vermieterin anrufen solle. Kommentarlos tat sie dies und bedeutete mir nach Abschluss des Telefonats, dass morgen ein Handwerker vorbeikommen würde, um dies zu reparieren. Nun fuhren wir zu dem Geschäft, in dem wir den Fernseher gekauft hatten. Im Laden bestätigte eine Überprüfung, dass der Fernsehapparat tatsächlich defekt war. Da vom Kauf bis zu diesem Zeitpunkt gerade einmal sechs Tage vergangen waren, wurde das Gerät einfach gegen ein Neues ausgetauscht. In Thailand ist dies während der ersten sieben Tage, nach dem Kauf üblich. Bei einem späteren Defekt wäre das Gerät repariert oder gar eingeschickt worden, womit natürlich Wartezeiten verbunden gewesen wären. Meine Frau war erst mal glücklich, dass sie nun wieder ihre geliebten Fernsehprogramme schauen konnte. Kaum waren wir zu Hause angekommen, packte sie den Fernsehapparat aus und probierte ihn sofort aus. Und siehe, da er funktionierte tatsächlich tadellos. Nun wurden wieder die 140 Kanäle rauf und runter gezappt. Ich selbst zog es vor, mir an meinen Computer anzuschauen, was sich in der Zwischenzeit in der Welt so alles ereignet hatte. Es wurde ein langer Fernsehabend. Über die Qualität der Filme möchte ich mich nicht weiter auslassen. Wenn mir das Gekreische trotz Kopfhörer zu laut wurde, bat ich meine Frau, den Ton etwas leiser zu stellen.

Am nächsten Morgen kam der Monteur zur Reparatur der Küchentür. Er fummelte eine Weile daran herum, bis er den Fehler dann endlich gefunden hatte. Auf der Unterseite des Türblattes war ein Nagel versteckt (siehe meinen Erfahrungsbericht Teil 7). Als der Nagel entfernt war, ließ sich die Tür leicht schließen. Der Monteur, der vor einigen Tagen die Tür eingebaut hatte, hätte dies eigentlich auch bemerken müssen.

Die ganze Zeit über hielten wir Ausschau nach sauberen Restaurants mit einem vielfältigen schmackhaften Angebot. Die meisten Garküchen lagen unmittelbar an der Straße und boten keine richtigen Sitzgelegenheiten. In den näher liegenden Supermärkten gab es zwar saubere Essenstände, geschmacklich konnten diese aber leider nicht überzeugen. Die Touristenlokale ließen wir schon aus Preisgründen links liegen. Als wir einmal im größten Kaufhaus von Chiangmai bummeln waren, suchten wir auch die dortigen Essenstände auf. Bei meiner Frau leuchten sofort die Augen. Es gab eine riesige Auswahl und die Ware sah sehr frisch aus. Beim Probieren kam sie immer mehr ins Schwärmen. Insgesamt waren es sicher mehr als 100 Essensstände. Auch die Sitzmöglichkeiten waren in ausreichender Zahl vorhanden. Das Besondere war, dass die Gäste ihr benutztes Geschirr und die leeren Getränkeflaschen selbst aufräumen mussten. Dafür gab es jeweils in der Nähe einen Bereich zum Abstellen des Geschirrs sowie Tonnen für die leeren Flaschen. Die Tische waren immer aufgeräumt und wurden regelmäßig gesäubert. Obwohl täglich bestimmt viele tausend Essen ausgegeben wurden, funktionierte dies ausgezeichnet. Die Gäste, angefangen von Schülern bis zu älteren Leuten, hielten sich, ohne zu murren an diese Spielregeln. An jedem Tisch war ein Aufkleber in Thai und Englisch, der aussagte, dass man das Geschirr selbst zurückbringen möge. Der Geräuschpegel war überraschend niedrig und die Disziplin der Gäste war sehr hoch. Hut ab! Servietten, wie wir sie kennen, sind selten zu finden. Wenn überhaupt, dann sind diese sehr klein und keinesfalls reißfest. Thais behelfen sich mit der Verwendung von Toilettenpapier, dass sie notfalls sogar selbst mitführen.

Auf den Toiletten sollte man, vor der Benutzung, darauf achten, ob Toilettenpapier vorhanden ist. Dies ist keinesfalls sichergestellt. Landesüblich ist die Nutzung einer Analdusche, die einer Handbrause ähnelt. Auch hier ist es ratsam, vorab die Funktion zu prüfen. Zur Reinigung des Allerwertesten dient, nach Landessitte, nicht Toilettenpapier sondern Wasser. Toilettenpapier dient nur zum Abtrocknen. Dieses sollte nicht in die Toilettenschüssel, sondern im bereitstehenden Abfallbehälter entsorgt werden. Oft wird man in Thailand auch Stehklos vorfinden, deren Nutzung schon etwas Geschick erfordern.

Meine Frau nahm die Gelegenheit wahr, quer durchs Kaufhaus shoppen. Bei jedem zweiten Stand hielt sie an und durchstöberte dann dort die Auslage. Nach einiger Zeit taten mir die Füße weh und ich setzte mich auf eine Bank und ließ meine Frau gewähren. Zwischenzeitlich konnte ich die Menschen, die in meinem Blickfeld waren, näher beobachten. Bei den Touristen fiel auf, dass diese immer gehetzt wirkten und schnell liefen, beinahe wie auf der Flucht. Während die Einheimischen viel Zeit an den Tag legten und die Stände und Geschäfte ausführlich begutachteten und Kleidung anprobierten. Die Kinder haben in Thailand scheinbar Narrenfreiheit. Sie dürfen sich eigentlich nahezu alles erlauben. Es war zeitweise schon extrem und ich bezweifel, ob ich bei meinen Kindern so viel Geduld gehabt hätte. Als meine Frau endlich eine Etage durchstreift hatte, wollte sie noch eine weitere Etage in Angriff nehmen. Dies wurde mir dann aber zu viel und ich drängte zum Aufbruch. Mit meinem Hinweis, dass wir bald wieder hier sein würden, war der Frieden wieder hergestellt. Am nächsten Tag wollte ich meiner Frau eine Freude bereiten und wir fuhren zum Essen wieder in dieses große Kaufhaus. Meine Aufgabe bestand darin, erst einmal einen freien Tisch zu ergattern, während meine Frau aus der riesigen Auswahl an Köstlichkeiten, uns das Essen und Trinken aussuchte und an den Tisch brachte. Es schmeckte vorzüglich. Sie erinnerte mich daran, dass ich zugesagt hätte, beim nächsten Mal wieder zu shoppen. So ist das mit den Zusagen. Ich wollte heute das Kaufhaus im Schnelldurchlauf erkunden. Wir fuhren in die dritte Etage. Dort sollte es einige interessante Dinge für uns geben. Zuerst war dort eine große IT-Abteilung zu finden.

Ein Stück weiter befand sich das Büro eines Internetproviders, der auch für unseren Wohnpark zuständig war. An dieser Stelle möchte ich kurz beschreiben, wie ich zu meinem Internetanschluss kam.

Da ein Internetzugang für mich sehr wichtig ist, suchten mein Nachbar (Holger), dessen Frau, sowie meine liebe Gattin, ein Tag nach dem Einzug, diesen Internetanbieter auf. Auch hier in Thailand geht nichts ohne Formulare. Das Ausfüllen übernahmen die beiden Frauen. Ich wählte den gleichen Internettarif aus, den auch Holger benutzte. Ich ging davon aus, dass ich nun sofort im Internet surfen könnte, wurde aber eines Besseren belehrt. Zuerst muss von Technikern vor Ort geprüft werden, ob die Installation eines Internetanschlusses dort überhaupt möglich ist. Dies würde laut Aussage des Providers bis zu zehn Tage dauern. Danach müsste ich mir im Büro ein ADSL-Modem aussuchen. Dann würde es wieder bis zu zehn Tage dauern, bis die Techniker das Internet mit dem Modem in meinem Haus einrichten würden. Unser Einwand, dass der Vormieter bereits Internet gehabt hätte und somit eine Prüfung entfallen könnte, wurde ignoriert. Die vorgeschriebenen Wege müssten auf jeden Fall eingehalten werden. Glücklicherweise fand ich vorher schon heraus, dass es in unserem Wohnpark einen ungesicherten WLAN-Internetzugang gab. So konnte ich mich bis zur Inbetriebnahme meines Internetanschlusses behelfen. Dies habe ich allerdings für mich behalten. Viel später fand ich heraus, dass viele Internetnutzer in unserem Wohnpark ihren WLAN-Anschluss völlig ungesichert betreiben. Dies ist mir unverständlich, da die Konfiguration einer gesicherten WLAN-Verbindung sehr einfach ist. Nach nicht ganz einer Woche kamen dann die Techniker um die Prüfung vorzunehmen. Diese besteht darin, dass überprüft wird, ob eine Leitungsführung bis zum Haus vorhanden bzw. möglich ist und die Leitungslänge nicht die ADSL-Vorgaben überschreitet. Nach Abschluss der Arbeiten knüpften die Techniker meiner Frau unberechtigterweise 400 Baht ab. Den für den weiteren Ablauf erforderlichen Prüfbeleg händigten sie meiner Frau allerdings nicht aus. Leider war ich zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause. Als ich von den 400 Baht erfuhr, musste ich um Fassung ringen, da diese Überprüfung in jedem Fall kostenfrei ist. Diese Dreistigkeit der Handwerker verärgerte mich sehr. Da knöpfen solche Leute ihren ahnungslosen Landsleuten unberechtigt Geld ab und man kann sie nicht einmal belangen. Da die Überprüfung nun scheinbar abgeschlossen war, fuhren wir wieder zum Internetprovider. Dort verlangte man nun den Prüfbericht. Meine Frau schilderte den Vorgang und warum wir keinen Prüfbericht hätten. Die Sachbearbeiterin sagte meiner Frau, dass sie ohne diesen Prüfbericht nichts Weiteres tun könne. Die Techniker müssten noch einmal kommen. An diesem Punkt war ich dann mit meiner Geduld am Ende. In forschem Tonfall bat ich meine Frau, ihr klarzumachen, dass dies eine Zumutung sei und wir nun einen anderen Internetanbieter nehmen würden. Da ich dies nicht gerade leise äußerte, zuckte die Sachbearbeiterin zusammen. Meine Frau bitte ich, wegen meiner rüden Art, an dieser Stelle nachträglich um Entschuldigung, zumal sie nichts da für konnte. Die Sachbearbeiterin machte einen hilflosen Eindruck. Sie griff zum Telefon, um meiner Vermutung nach, mit ihrem Vorgesetzten zu sprechen. Ich dachte mir im Stillen, was wird sie über uns Farangs denken. Diese machen immer alles so kompliziert. Dem Telefonat folgte dann noch ein Weiteres. Das Resultat war, dass es nun auf einmal doch möglich war, den Internetanschluss einzurichten. Mir wurden die verschiedensten ADSL-Modems zur Auswahl vorgelegt. Ich entschied mich für das Teuerste. Nach der Bezahlung fragte ich nach, wie lange es nun bis zur Einrichtung dauern würde. Die Antwort war, dass man darauf keinen Einfluss hätte. Ich bekam eine Visitenkarte des technischen Kundendienstes, bei dem ich nachfragen könne. Nach einer weiteren Woche kamen dann tatsächlich die Techniker, um das Internet anzuschließen. Dies ging relativ zügig, wobei ich sie auch noch bat, die Verschlüsselung des WLAN-Anschlusses einzurichten. Nun hatte ich tatsächlich einen eigenen Internetzugang. Ich war glücklich. Die in der Werbung gepriesene Internetdatenrate erreiche ich allerdings nicht unbedingt. Es ist aussichtslos dagegen vorzugehen, da in der Werbung die Datenrate immer nur mit „bis zu xxx kbit/s“ angegeben wird. Garantiert wird damit also keinesfalls eine dauerhaft hohe Datenrate. Im Grunde bin ich mit der Leistung zufrieden. Sollte die Verbindung einmal langsam sein, dann gehe ich einfach zu einem späteren Zeitpunkt ins Internet. Samstags und sonntags sind meiner Erfahrung nach, die kritischsten Tage. Der Tarif, den ich gebucht hatte, kostet im Monat 738 Baht. Die monatliche Rechnung wird per Post zugestellt. Begleichen kann man diese dann direkt im Büro des Providers. Zurzeit soll es Planungen geben, zukünftig auch eine Bezahlung bei Seven Eleven zu ermöglichen. In anderen Landesteilen (z. B. Pattaya) ist dies bereits möglich. Als die erste Rechnung ins Haus flatterte, stellte ich fest, dass man zwar meine beiden Vornamen aufgeführt, aber meinen Familiennamen vergessen hatte. Beim Bezahlen der Rechnung wies meine Frau auf den Irrtum hin. Die Namensangabe wurde sofort im Computersystem berichtigt. Wir wurden darauf hingewiesen, dass es zwei Monate dauern könne, bis diese Korrektur wirksam würde. Vermutlich hat die Sachbearbeiterin keine Berechtigung zur direkten Stammdatenpflege.

Nun wieder zurück zu unserem Einkaufsbummel im Kaufhaus. In der dritten Etage gibt es alles was das IT-Herz begehrt sowie auch eine Vielzahl von Handyshops.

In den anderen Etagen gibt es dann Läden mit Kleidung, Schuhen, Sportartikel, Haushaltswaren, Spielwarengeschäften, Schreibwarengeschäfte, Musikläden sowie sogar einen großen Buchladen. Dort sitzen überall auf dem Fußboden Kinder und Jugendliche und lesen.

Im Kellergeschoss bietet ein großer Supermarkt auch europäische Waren an. Die Preise dafür sind allerdings, durch die hohen Einfuhrzölle, die der thailändische Staat erhebt, gepfeffert. Besonders teuer ist Käse und Wein.

Trotz Schnelldurchlauf sind fast 2 Stunden Zeit vergangen und unsere Füße taten uns weh. Jetzt hatten wir wenigstens einen groben Überblick über das Angebot. Bei Bedarf wüssten wir nun, wo wir welchen Artikel bekommen könnten.

Wir fuhren schließlich nach Hause. Dabei war es irgendwie meine Pflicht beim Markt anzuhalten, damit meine Frau einkaufen konnte. An beiden Händen schwer beladen, mit den obligatorischen Plastiktüten, kam sie nach fast 45 Minuten keuchend wieder zurück. Meine Frau schwärmte von der Vielfalt, die der Markt bot. Vor allem Dinge des täglichen Lebens, wie Obst und Gemüse, sind dort sehr preisgünstig.

Bei einem Gespräch mit Holger erwähnte ich, dass noch einige unserer Sachen von Sukhothai nach Chiangmai zu transportieren seien. Liebenswert, wie er war, bot er sich sofort an, dies zu übernehmen. Zeitlich käme für ihn allerdings nur ein Samstag oder Sonntag infrage, da er wochentags seine Tochter zur deutschen Schule hin– und zurückbringen müsste. Dies war in meinem Sinn und wir einigten uns auf den nächsten Samstag. Abfahrt sollte um 6.00 Uhr früh sein. Ich bat meine Frau in Sukhothai nachzufragen, wie der aktuelle Hochwasserstand sei und nachzufragen, ob wir problemlos hinkommen würden. Die telefonische Auskunft war, dass dies kein Problem sei. Dies war ein fataler Irrtum, wie es sich später herausstellen sollte. Meine Frau war skeptisch, dass die Gesundheitsmatratzen zu groß für das Auto seien. Ich hüllte mich in Schweigen, da mir Holger versicherte, er hätte in diesem Auto schon einmal seine eigenen Matratzen transportiert. Wir fuhren also am Samstag, nach deutscher Pünktlichkeit, um 6.00 Uhr früh los. Holger fuhr recht zügig und wir unterhielten uns über Gott und die Welt. Nach gut zwei Stunden machten wir eine Zigarettenpause. Nach weiteren zwei Stunden näherten wir uns Sukhothai und wir besprachen die weitere Vorgehensweise. Zuerst wollten wir etwas Essen. Ich schlug unseren Chinesen vor. Danach wollten wir den Wagen am Haus der Schwägerin abstellen und meine Frau sollte alle Sachen bis zum Auto heranschaffen, sodass nur noch das Einladen anstand. Wir würden dann in dieser Zeit zum Krämerladen gehen und in Ruhe eine Cola trinken.

Auf dem Weg zum Chinesen gab es dann eine große Überraschung. Das Hochwasser war so hoch, das wir uns nicht trauten weiterzufahren. Meine Frau wusste glücklicherweise einen anderen Weg. Wir drehten um und fuhren nach Anweisung meiner Frau. Das Hochwasser war zwar auch dort spürbar, aber die Straße war befahrbar. Bei dieser Aktion riss das Hochwasser das Nummerschild des Autos ab und beschädigte, wie wir erst später feststellten, zusätzlich auch noch die Kotflügelverkleidung. Der Umweg hat uns insgesamt 15 Minuten Zeitverlust eingebracht. Das Essen bei unserem Chinesen hat uns allen, wie nicht anders zu erwarten war, hervorragend geschmeckt. Gut gestärkt fuhren wir nun zur Schwägerin. Holger und ich gingen wie abgesprochen zum Krämerladen. Die Krämersfrau schaute verdutzt, welchen Farang ich nun jetzt da anschleppte und fragte mich nach meiner Frau. Mit meinen beschränkten Thaikentnissen erklärte ich ihr, dass meine Frau im Haus ihrer Schwester sei, und bestellte dann zwei Cola. Holger bestätigte mir zwischendurch, dass er alles so gesehen habe, wie ich es in meinem bisherigem Erfahrungsbericht beschrieben hätte. Er meinte, das meine Entscheidung nach Chiang Mai zu ziehen, seiner Meinung nach, richtig gewesen sei. Ich stimmte dem zu. Während er noch eine Zigarette rauchte, bestellte ich nochmals zwei Cola. Zwischenzeitlich kamen wieder ein paar Nachbarsfrauen um etwas zu kaufen oder aber auch nur, um zu sehen, was die Farangs hier so treiben. Nach gut 30 Minuten drängte Holger zum Aufbruch und wir gingen zur Schwägerin zurück. Meine Frau hatte zwischenzeitlich alles zum Auto getragen. Holger fing mit dem Einräumen und Verstauen an. Die gut verpackten Gesundheitsmatratzen waren überhaupt kein Problem und es passte alles, was wir mitnehmen wollten, ins Auto. Holger verzurrte die Ladung und rauchte noch seiner obligatorischen Zigaretten. Währenddessen verabschiedeten wir uns und fuhren wieder Richtung Chiangmai. Wegen des Hochwassers wählten wir eine andere Strecke. Wir unterhielten uns angeregt und so verging die Zeit wie im Fluge. Natürlich war auf der Rückfahrt wieder eine Zigarettenpause angesagt. Durch die viele Cola meldete sich auch die Blase. Bei diesem Zwischenstopp merkten wir erst den Verlust des Nummernschildes und haben dabei auch die flatternde Kotflügelverkleidung entdeckt. Mit breitem Klebeband, welches ich glücklicherweise von Chiangmai mitgenommen hatte, wurde diese defekte Verkleidung provisorisch befestigt. Auf dem Rest des Heimwegs gab es dann keine Zwischenfälle mehr und so kamen wir dann am frühen Abend in Chiangmai an. Wir luden das Auto leer und verabschiedeten uns mit tausendfachem Dank von Holger. Wir luden die Familie natürlich zu einem Essen in den nächsten Tagen ein. Den Termin wollten wir später abstimmen. Nun trugen wir alle Sachen ins Haus. Die Gesundheitsmatratzen nach oben in unser Schlafzimmer. Wir legten unsere Gesundheitsmatratzen ins Bett. Beim anschließenden Probeliegen fühlte sich der Komfort der Matratze sehr gut an. Im Nachhinein sei angemerkt, dass dies eine gute Idee war, diese Gesundheitsmatratzen mit nach Thailand zu nehmen. Diese Matratzenart gibt es nirgendwo in Thailand zu kaufen. Für mich, mit meinem Wirbelsäulenleiden, waren alle bisher getesteten thailändischen Matratzen, eine Qual. Durch die Strapazen des Tages waren wir sehr müde und gingen früher als sonst ins Bett. Wir schliefen wie die Murmeltiere und wachten am nächsten Morgen gut erholt auf. Meine Frau begann damit die mitgebrachten Sachen zu verstauen, während ich im Garten das tägliche Laub zusammenharkte. Dies war meine frühmorgendliche Sportübung.

Nachdem wir geduscht und uns ausgehfertig angezogen hatten, wollte ich mit meiner Frau in das große Kaufhaus zum Essen fahren. Dies war als kleines Dankeschön für sie gedacht. Auf dem Weg dorthin fiel plötzlich die Klimaanlage des Autos aus. Innerhalb weniger Minuten wandelte sich das eben noch angenehm gekühlte Auto in eine Bratröhre. Glücklicherweise war auf dem Weg eine Autowerkstatt. Diese hatte ich bereits in meinem Navi abgespeichert, als ich seinerzeit mit Holger verschiedene Geschäfte in Chiangmai abfuhr. Wir fuhren also in diese Werkstatt. Der Autoschlosser meinte, er könne dies nicht reparieren, aber bei einem befreundeten Unternehmen wäre dies möglich. Er bat um den Autoschlüssel und fuhr dort hin. Währenddessen warteten wir im gekühlten Büro. Nach einer ganzen Weile kam der Monteur mit unserem Auto zurück und unterhielt sich mit meiner Frau. Das Auto sollte am nächsten Tag bei uns zu Hause abgeholt, und wenn es fertig repariert wäre, wieder zurückgebracht werden. Dies hörte sich erst mal gut an. Allerdings wurde dabei nichts über die Reparaturkosten und die Reparaturzeit gesagt. Ich bat meine Frau, dies zu erfragen. Nach einigen Rückfragen per Handy wurde ein Reparaturpreis von 1500 Baht genannt und zugesagt, dass das Fahrzeug bis zum Mittag des folgenden Tages repariert sei.

Nachdem wir Adresse und Telefonnummer hinterlegt hatten, fuhren wir zum Essen in das besagte große Kaufhaus. Das Essen hellte die Laune meiner Frau deutlich auf. Als Bonbon gab ich ihr noch eine Stunde Zeit zum Shoppen. Während dieser Zeit wartete ich in einem Coffeeshop auf sie. Mit Tüten bepackt kam sie nach mehr als einer Stunde zurück und wir fuhren wieder nach Hause. Im Auto war es unerträglich heiß. Selbst das Öffnen der Fenster brachte keine deutliche Besserung. Ich dachte dabei an die armen Lkw-Fahrer, die in ihren alten Fahrzeugen keine Klimaanlagen hatten. Durchgeschwitzt kamen wir zu Hause an und stürmten unter die Dusche. Am nächsten Morgen kam dann, wie abgesprochen, der Monteur mit seinem Moped und holte unser Auto ab. Für uns hieß es nun abwarten, bis es repariert wieder zurückgebracht würde. Kurz nach 13.00 Uhr kam der Monteur und brachte uns das Auto zurück. Ich ließ über meine Frau fragen, was denn nun letztendlich eigentlich kaputt gewesen sei. Als Resultat kam heraus, dass hochwasserbedingt eine Magnetspule defekt gewesen sei, die ersetzt werden musste. Der Monteur wollte nun 1500 Bath haben. Im Gegenzug wollte ich eine Quittung darüber haben. Nun begann eine Debatte, dass dies in Thailand nicht üblich sei. Aber ich bestand darauf, eine Quittung ausgehändigt zu bekommen. Notfalls war ich auch bereit eine Visitenkarte zu akzeptieren, auf der der Betrag vermerkt war. Dazu ließ sich der Monteur schließlich überreden. Keine 3 Wochen später war die Klimaanlage erneut defekt. Ich wollte bei der Autowerkstatt um Nachbesserung bitten. Meine Frau behauptete, dass es in Thailand keine Nachbesserung gebe. Es war sehr deutlich zu erkennen, dass dabei die Autowerkstatt, bzw. der Monteur, das Gesicht verlieren könnte. Notgedrungen musste ich eine andere, unbekannte Werkstatt aufsuchen. Der Monteur meinte, er kümmere sich darum und er würde anrufen, wenn er fertig wäre. Wieder wurde mit keiner Silbe ein Preis oder ein Termin genannt. Ich bat daher meine Frau, diese Informationen einzuholen. Das Ergebnis war dermaßen spärlich, dass ich mir hier erspare, näher darauf einzugehen. Glücklicherweise war in der Nähe ein Geschäft, welches wir kannten. Wir nutzten die Zeit, um das Warenangebot zu begutachten. Nach mehr als drei Stunden klingelte das Handy und der Monteur meldete die erfolgreiche Reparatur. Sie sollte 3500 Bath kosten. Wir liefen zur Werkstatt. Der Monteur wartete schon auf uns, da sein Feierabend unmittelbar vor der Tür stand. Er zeigte uns eine defekte Magnetspule. Unserem Einwand, dass diese doch erst gerade neu eingebaut worden sei, widersprach er vehement. Seinen Ausführungen nach wurde beim letzten Tausch eine gebrauchte Magnetspule verwendet. In mir brodelte es und ich zahlte zähneknirschend die geforderten 3500 Baht.

Erfahrungsberichte_Wolfgang_08-01
Erfahrungsberichte_Wolfgang_08-02
Erfahrungsberichte_Wolfgang_08-03
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An dieser Stelle möchte ich nun einmal unseren Wohnpark Themaster Pieces Cenery Hill beschreiben. Die Gesamtfläche beträgt 231 Rai, das entspricht 369 600 m². Davon ist allerdings bisher nur ein Bruchteil bebaut. Somit ist ein Großteil noch reine Natur. Einige Straßen sind zwar schon angelegt, Kinder können sie allerdings derzeit noch als autofreie Spielstraße nutzen. Außerdem kann man dort am Abend, wenn es kühler wird, wunderbar spazieren gehen. Um 18.00 Uhr, also, kurz bevor es dunkel wird, ist es am Schönsten. Die Vögel zwitschern um die Wette. Man hat einen schönen Blick auf die umliegenden Berge. Die Bayern würden dazu Hügel vermutlich sagen. Ist auch Recht, Hauptsache es ist schön. Um 17.30 Uhr kann man den Sonnenuntergang bewundern. Nur am Meer ist es schöner, wenn dort die Sonne hinter dem Horizont verschwindet und im Vordergrund die Wellen zu sehen sind. Aber uns reicht es, so wie es ist. Wir brauchen nirgendwo hinzufahren. Wir haben alles vor dem Haus. Insgesamt sind 51 Häuser fertig und 10 Häuser im Bau, von denen bisher nur die Fundamente zu sehen sind. Von den 51 fertigen Wohnhäusern sind 5 Bungalows, der Rest hat eine Obergeschoss. Die Straßen sind sehr breit und der Abstand zwischen den Häusern ist ausreichend groß. Die Kaufpreise liegen zwischen 4 und 15 Millionen Baht. Dies hängt in erster Linie von der Größe des Grundstücks ab. Der Baugrund ist sehr teuer und hat sich innerhalb kürzester Zeit um weitere 30% gesteigert. Die neu entstehenden einstöckigen Wohnhäuser sind Haus an Haus gebaut und werden überwiegend von Thais gekauft. Durch die hohen Preise werden nur einkommensstarke Thais in der Lage sein, hier ein Haus zu erwerben. Die Belegung des Wohnparks ist sehr international. Es wohnen hier Deutsche, Holländer, Engländer, Amerikaner, Griechen, Japaner und natürlich auch Thais. Unsere unmittelbaren Nachbarn sind auf der einen Seite ein japanisches Paar. Auf der anderen Seite wohnt ein junges Thaipaar. Es hat eine Hündin, die gerade sieben Welpen bekommen hatte sowie einen kleinen Schoßhund. Mein Gefühl sagte mir, dass dies noch Ärger geben könnte. Außerdem wohnen in unserer kleinen Straße noch zwei Thaipaare mit Kindern. Alles in allem ruhige Mitbewohner. Ich schätze, dass vielleicht nicht ganz die Hälfte der Paare die hier wohnen, Kinder haben. Für die deutschen und schweizer Kinder gibt es in Chiangmai eine Deutsche Schule www.cdsc.ac.th. Die Schulgebühren sind auf einem hohen Niveau und immer im Voraus zu bezahlen. Außerdem gibt es in Chiangmai noch eine Reihe weiterer internationaler Schulen, mit auch recht hohen Schulgebühren. Bildung ist auch in Thailand teuer, das hat zur Folge, dass arme Leute ihre Kinder nicht auf eine private Schule schicken können.

Der Wohnpark verfügt über einen schönen Swimmingpool, eine Sauna und einen Fitnessraum mit nahezu neuen Geräten. Selbst aus den anderen naheliegenden Wohnparks kommen Leute, um unseren Swimmingpool oder Fitnessraum zu nutzen. Die Benutzung kostet Erwachsene 100 Baht, Kinder 50 Baht.
Der Wohnpark beschäftigt eine Heerschar von Leuten, die in unmittelbarer Nähe, in einem kleinen Dorf wohnen. Dies wurde vom Management bereitgestellt. Das Dorf besteht allerdings nur aus armseligen Hütten. Die Reinigungskräfte und Gärtner verdienen höchsten um die 6000 Bath im Monat. Neben der Verwaltung, die sich am Swimmingpool anschließt, liegen noch einige Büros für Architekten, technische Leitung und sonstigen Kräfte. Neben dem Fitnessraum liegt ein Restaurant, das als solches nicht zu erkennen ist. An 6 Tagen in der Woche ist es von 8.00 bis 16.30 Uhr geöffnet. Überwiegend wird es nur von den Angestellten und sonstigen Mitarbeitern genutzt. Bisher wurde dieses Restaurant schon mehrmals, von Wohnparkbewohnern, zum Ausrichten von Geburtstagsfeiern, angemietet. Viele der Häuser sind nur vermietet. Der Mietpreis liegt je nach Hausgröße zwischen 15000 und 30000 Baht/Monat. Dazu kommt noch ein Obolus für die Verwaltung, der sich wiederum an der Hausgröße orientiert. Die Kosten für Strom, Wasser, Internet und Telefon werden noch zusätzlich je nach Verbrauch von den jeweiligen Dienstleistern berechnet. Unsere Nebenkosten belaufen sich auf ungefähr 2500 Baht/Monat. In Monaten, in denen es sehr heiß wird, muss man noch zusätzlich ca. 1000 Baht für die Klimaanlage rechnen. Unsere Vermieterin hat alleine 15 Häuser in diesem Wohnpark und das Ziel insgesamt 20 Häuser zu besitzen. Sie stöhnt zwar schon bei den 15 Häusern über die viele Arbeit, will aber letztendlich 20 Häuser haben. Genau genommen müssten diese Häuser ihrem Mann gehören. Da dieser allerdings aus Malaysia kommt, können die Grundstücke nur auf den Namen seiner Frau eingetragen werden. Dies ist thailändisches Recht, dem man sich notgedrungen beugen muss. Viele andere Rechtskonstruktionen sind sehr umstritten und könnten als Umgehung thailändischen Rechts angesehen werden, womit sie ungültig wären. Zusammengefasst kann man sagen, dass es sich um eine sehr schöne, ruhige und saubere Wohnanlage handelt. Es wird an sieben Tagen in der Woche dafür gesorgt, dass dies auch so bleibt. Wenn einmal ein Mitbewohner die Regeln bricht, wird eingeschritten. So auch bei unseren jungen Paar, welches direkt neben uns wohnt. Ich erwähnte schon, dass mein Gefühl Ärger voraussagte. Das junge Paar verlässt morgens spätestens um 9.00 Uhr das Haus und kommt im Regelfall gegen 23.00 Uhr wieder zurück. Die ganze Zeit waren die Hündin und die Welpen auf sich alleine gestellt. Glücklicherweise wurden nach und nach die Welpen verkauft, bis die Hündin schließlich nur noch alleine zurückblieb. Sie wurde in einem winzigen Verschlag eingesperrt, den sie nie verlassen konnte. Dies führte dazu, dass sie anfing zu winseln. Und dies über einen längeren Zeitraum. Die Geruchsbelästigung war je nach Windrichtung extrem. Irgendwann kaufte ein Engländer das Haus, welches hinter dem Zwingerverschlag war. Er baute sein Haus nach seinen Vorstellungen um. Dies war kein Problem, da ein Architekt und die notwendigen Handwerker im Wohnpark vorhanden sind. Als Folge der Baumaßnahmen bellte die Hündin nun oft. Offensichtlich hatte sich der Engländer über die Geruchsbelästigung und den Hundelärm beschwert. Die Verwaltung sah sich genötigt einzuschreiten. Es wurden die näheren Nachbarn, so auch wir, befragt. Einige Tage später kamen dann Hundefänger, die die Hündin mitnahmen. Um der Geruchsbelästigung Herr zu werden, wurde der Bereichs des Verschlages mit Wasser gereinigt. Die Hundefänger berichteten meiner Frau, von unhaltbaren Zuständen. Es soll dort schlimm ausgesehen und bestialisch gestunken haben. Die Nachbarn haben nicht einmal nachgefragt, wo ihre Hündin geblieben sei.

Da ich erhebliches Übergewicht habe, nahm ich mir vor, wenn wir schon einen so schönen Fitnessraum mit so vielen Geräten haben, diesen auch zu nutzen. Also fing ich ganz vorsichtig an zu trainieren. Da bei mir kurz vor der Abreise ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert wurde, kam für mich schnelles Laufen nicht infrage. Also nutzte ich das Laufband, um zu gehen. Nach so 20 Minuten war ich erschöpft. Ich merkte nun, welches Gewicht ich mit mir herumschleppte. Um nicht allzu einseitig zu trainieren, machte ich Hanteltraining. Im ersten Schritt nutzte ich 5 kg schwere Hanteln. Um mich nicht zu überfordern, hörte ich nach relativ kurzer Trainingszeit auf. Jetzt ging es ans Fahrradfahren. Ich strampelte gemütlich ein paar Minuten. Ich sagte mir, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Nachdem ich nun den ersten Trainingstag mit einer Runde schwimmen beendet hatte, wusste ich, dass ab sofort eiserner Wille zur Tagesordnung gehören würde. Da mein bisheriges Leben davon geprägt war, sollte mir dies auch im Rentnerdasein gelingen. Ich nahm mir vor, ab sofort jeden Tag zu trainieren. Der nächste Tag ging mit dem gleichen Programm weiter. Glücklicherweise hatte ich keine Beschwerden. Nach dem Fitnessraum ging ich in den Swimmingpool und drehte so meine Runden. Dabei lernte ich die Thai-Zahlen von 1 bis 100 auswendig. Ich schaffte so immerhin 100 Schwimmstöße. Meinen Tagesablauf stellte ich nun so um, dass ich nach dem Aufstehen und wenn ich die eingegangenen E-Mails durchgesehen hatte, zuerst einmal in den Fitnessraum ging. Nach ungefähr zwei Stunden ging ich dann wieder nach Hause. Nach dem Duschen ging es dann zum Essen außer Haus. Während ich trainierte, reinigte meine Frau das Haus. Dies muss man, meiner Meinung nach, täglich machen, da in Thailand in den Häusern kleine Geckos leben, die durch ihren Kot etwas zur Verunreinigung beitragen. Andererseits sind diese Tiere nützlich, da sie z. B. Stechmücken fressen. Nach einer Woche Training zog ich das Tempo etwas an. Auf dem Laufband stellte ich zusätzlich eine Steigung ein und erhöhte zusätzlich die Laufgeschwindigkeit. Es klappte auf Anhieb. Ich konnte bis zu einer Stunde laufen. Das Fahrradfahren habe ich zwar nicht gesteigert, aber bei den Gewichten stieg ich auf 10 kg um. Dieses Programm habe ich nach einer weiteren Woche nochmals gesteigert. Die Dauer auf dem Laufband erhöhte ich nun auf zwei Stunden. Auch damit hatte ich noch keine nennenswerten Probleme. Ich nahm mir vor, einmal das Maximum zu auszutesten. Gesagt getan! Bei einer Dauer zwei Stunden und 15 Minuten erreichte ich meine Leistungsgrenze. Aber ich war stolz auf mein Ergebnis. Es war nicht nur die sportliche Leistung, die mich stolz machte, sondern auch nach langer Zeit, endlich einmal wieder ein Gewichtsverlust. Nach ungefähr vier Wochen hatte ich immerhin 10 kg abgenommen. Dadurch hatte ich Blut geleckt. Ich wollte mehr erreichen. Nun stellte ich das Trainingsprogramm abermals um. Ich steigerte das Tempo des Laufbandes um 40%. Nach 100 Minuten schaltet sich das Laufband automatisch ab. Ich vermute dies dient dazu, eine Überlastung des Antriebsmotors zu vermeiden. Einhundert Minuten sind allerdings auch schon ganz schön lange und anstrengend. Zu den Fitnessgeräten gibt es noch eine kleine Geschichte. Als ich mit meinem Training anfing, funktionierten drei Geräte nicht. Nach Rücksprache mit den anderen Fitnessteilnehmern sollte dies schon einige Monate so gewesen sein. Reklamationen bei der Verwaltung hatten bisher zu keinem Ergebnis geführt. So nahm ich mir vor, Abhilfe zu schaffen. Zuerst ging ich zur Verwaltung, nahm die Bürokraft an die Hand und führte sie zu den defekten Geräten. Dort erklärte ich ihr mit meinen begrenzten Englischkenntnissen sowie mit Gesten, die Probleme der Fitnessgeräte. Sie versicherte mir, in gebrochenem Englisch, einen Mechaniker rufen zu wollen. Als sich auch nach einer Woche noch nichts getan hatte, ging ich zum technischen Leiter des Wohnparks. Auch er sicherte mir zu, einen Mechaniker rufen zu wollen. Als nach einer weiteren Woche immer noch nichts passiert war, wandte ich mich, unter Mithilfe eines Dolmetschers, direkt an den Manager der Anlage. Ich erklärte ihm das Problem und wen ich bereits kontaktiert hatte. Der Manager führte zwei Telefonate und wir unterhielten uns zwischenzeitlich über den Wohnpark. Er erzählte, was sich in naher Zukunft noch alles verändern würde. Nach kurzer Zeit kamen dann zwei Mitarbeiter des Wohnparks. Der Manager gab seine Anweisungen. Ich hörte nur heraus „leo,leo“, was soviel wie schnell bedeutet. Mit einem tiefen Bückling verabschiedeten sich die Mitarbeiter. Mir wurde versichert, dass die Geräte innerhalb von zwei Wochen repariert würden. Wenn nicht, sollte ich mich noch einmal bei ihm melden. Die Bürokraft, die auch bei diesem Gespräch mit dabei war, schrieb alles mit und hatte dabei einen roten Kopf, denn sie wusste immerhin schon länger von dem Problem. Was in Ihrem Kopf vorging möchte ich lieber nicht wissen.“Immer die Farangs“. Wir verabschiedeten uns und vereinbarten noch einen späteren Termin um noch andere offenen Punkte anzusprechen. Aber dazu später mehr. Nach einigen Tagen lief mir der Vizemanager über den Weg und ich frug nach, wie denn der Stand der Dinge sei. Er versicherte mir, dass die Reparatur innerhalb der nächsten beiden Tage erfolgen würde. Tatsächlich kamen nach zwei Tagen die angekündigten Monteure. Da ich zu dieser Zeit im Fitnessraum war, versuchte ich Ihnen zu erklären, an welchem Gerät welches Probleme war.

Ein Gerät funktionierte überhaupt nicht, bei einem Anderen war der Flachriemen abgefallen, beim dritten Gerät war die Erklärung sehr schwierig. Ich versuchte hier mit Gesten das Problem anschaulich zu machen. Dieses Gerät funktionierte nur ein oder zwei Minuten, um dann plötzlich abzuschalten. Irgendwie haben mich die Mechaniker irgendwann doch verstanden. Ein Monteur fing nun an das Gerät mit dem abgefallenen Flachriemen zu reparieren, während der Andere sich das Gerät vornahm, welches überhaupt nicht funktionierte. Ein vorsichtiger Blick in den Werkzeugkasten der Monteure zeigte einen erschreckend desolaten Zustand des enthaltenen Werkzeugs. Alleine das Abschrauben der Verkleidung, am Gerät mit dem abgefallenen Flachriemen, dauerte eine Ewigkeit. Mit dem richtigen Werkzeug wäre dies in weniger als zwei Minuten erledigt gewesen. Nun betrachtete der Monteur den Flachriemen, zählte die einzelnen Kämme und malte alles auf ein Stück Papier. Außerdem schrieb er dazu noch eine Nummernfolge, wahrscheinlich die Fabriknummer auf. Neugierig schaute ich bei dem zweiten Monteur vorbei. Er hatte wesentlich mehr Probleme mit der Verkleidung, da diese Verschraubung sehr umfangreich war. Irgendwann hatte er dieses Problem gelöst und man konnte den Antrieb und die Steuerungselemente sehen. Wie es dann weiterging konnte ich nicht mehr verfolgen, da ich zurück zu unserem Haus musste. Innerlich war ich zufrieden, da sich endlich etwas getan hatte. Mehr würde ich am nächsten Morgen sehen, wenn ich wieder zur nächsten Trainingseinheit gehen würde. Am nächsten Morgen war auf einem Gerät ein großer Zettel angebracht ,auf dem vermutlich „defekt“ geschrieben stand. Ich konnte es nicht entziffern, da es in Thaischrift geschrieben war. Die anderen beiden Geräte schienen repariert worden zu sein. Aber das wollte ich natürlich gleich testen. Das Gerät mit dem Flachriemen funktionierte einwandfrei, während beim zweiten Gerät die Macke nach wie vor noch vorhanden war. Vielleicht hatten die Monteure es nur wieder zusammengeschraubt und warten nun auf ein Ersatzteil. Nach drei Tagen kamen die Monteure erneut. Sie hatten eine Platine dabei. Während der eine Monteur die Platine einbaute, erklärte ich dem Anderen, dass das andere Gerät immer noch defekt sei. Er erzählte irgendetwas von einem Ersatzteil und das die Beschaffung durch das Hochwasser momentan erschwert sei.

Hier musste ich ihm zustimmen, da sogar die Versorgung mit Trinkwasser und sonstigen Dingen, die aus Bangkok oder Umgebung kommen sollten, zusammengebrochen war. In Chiangmai selbst herrschte zumindest in den Supermärkte wo wir wohnten, in den Regalen, in denen normalerweise Trinkwasser gelagert war, gähnende Leere. Glücklicherweise hatten wir zu Hause genug gelagert. Meine Frau hatte allerdings starke Bedenken, sodass ich tatsächlich jede Menge Reis und sonstiges Grundnahrungsmittel kaufen musste. Man konnte dies schon als Hamsterkäufe bezeichnen. Diese Engpässe sollten noch bis Anfang des neuen Jahres anhalten. Seltsamerweise waren die Regale mit Cola in jeder Größe und Variante gefüllt. Als es auch bei uns das Trinkwasser knapp wurde, klapperte ich im Umkreis von 8 km jedes Geschäft ab. Dieses Hochwasser hat dem Land einen bis heute nicht bezifferten Schaden zugefügt. Es wird Schätzungen zu Folge noch Jahre dauern, bis diese Schäden beseitigt sind.

Aber nun zurück zu den Geräten. Am nächsten Morgen, als ich wieder trainierte, probierte ich das am Vortag reparierte Gerät aus. Nach ungefähr drei Minuten gab es ein puffendes Geräusch und es roch verbrannt. Das Gerät war wieder defekt. Es ist irgendeinem Kurzschluss zum Opfer gefallen. Ich holte den technischen Leiter und erklärte ihm, so gut es ging, was passiert war. Er faselte etwas von Handy und telefonieren und ging wieder zurück in sein Büro. Am nächsten Tag, als ich wieder im Fitnessraum war, kam dann der Fizemanager, der auch einmal in der Woche während der Arbeitszeit, trainierte. Ich frug ihn, wann denn nun die Reparatur abgeschlossen sein würde. Die zwei Wochen, die sein Chef genannt hatte, waren immerhin schon vorbei. Er sprach von Problemen und lächelte dabei. Vermutlich war er ratlos. Dann zog er sein anspruchsvolles Trainingsprogramm durch, welches er offensichtlich auf seinem Handy abgespeichert hatte. Ich hätte dies nie geschafft und wäre wahrscheinlich auf allen Vieren aus dem Fitnessraum herausgekrochen. Ich tröstete mich damit, dass ich schätzungsweise 30 Jahre älter war, als er. Es vergingen wieder einige Tage und eines morgens, war das defekte Gerät verschwunden. Nun hieß es abwarten. Auf jeden Fall hatte man das andere defekte Gerät inzwischen repariert und es funktioniert immer noch. Nach gut einer weiteren Woche stand auch, wie aus heiterem Himmel, das verschwundene Gerät wieder an seinem Ort. Das Gute am Ende der Geschichte ist, es funktioniert bis heute einwandfrei. Die ganze Aktion hat wesentlich mehr Zeit in Anspruch genommen, als ursprünglich vom Manager zugesagt. Aber es befriedigte mich dahin gehend, dass im Fitnessraum nun alle Geräte einwandfrei funktionieren. Selbst an den anderen Geräten wurden kleine Mängel behoben. Bei meinem Trainingsprogramm wurde es mir auf Dauer doch ein wenig langweilig. Ich erinnerte mich daran, dass ich einen Player mitgebracht hatte. Ich bespielte ihn mit Musik und mit Thai- und Englisch-Sprachkursen. Zu Beginn des Tages hörte ich zuerst jeden Tag alle Lektionen in Thai. Wenn diese am Ende waren, wusste ich, dass fast 60 Minuten um waren. Den Rest von 40 Minuten hörte ich dann Musik. Nach einiger Zeit nahm ich mir den englischen Sprachkurs vor. Die Lektionen dauerten etwa 55 Minuten. Die restliche Zeit hörte ich wieder unterschiedliche Musik. Während ich so jeden Tag mein Trainingsprogramm mit Sprache und musikalischer Untermalung abspulte, konnte ich aus dem Fenster sehen und den Leuten bei ihren Tätigkeiten zuschauen. Die Reinigungsfrauen, die an sieben Tagen in der Woche die Liegen, die Fläche um den Swimmingpool sowie die Toiletten sauber hielten, führten ihre Arbeit im Zeitlupentempo aus. Alle 20 Minuten legten sie eine Pause ein. Entweder gingen sie zu ihrem Moped, um zu essen, oder sie setzten sich irgendwo in die Ecke und dösten vor sich hin. Meine Beobachtungen waren, dass der Arbeitsablauf jeden Tag gleich war. Durch die Pausen bedingt allerdings nicht zeitgleich. Des weiteren konnte ich auch sehr gut die Gärtner bei ihrer Arbeit beobachten. Da die Löhne sehr niedrig sind (3000 Baht/Monat), stellen viele Hausbesitzer ein Hausmädchen und oftmals auch noch einen Gärtner ein. Die Eigentümer, die in unserer Anlage, die großen Häuser ab 10 Millionen Baht besitzen, haben alle mindestens zwei Angestellte. Unsere Vermieterin hat acht Helferinnen, die auf dem Grundstück, in einem kleinen Anbau wohnen. Dieser Anbau hat nicht einmal eine Größe von 16 m². Ich möchte mir nicht vorstellen, wie sie dort wohnen und schlafen. Sie scheinen alle zufrieden zu sein, denn sie haben wenigstens eine Arbeit. Schon bei den Häusern im mittleren Segment, ab 6 Millionen Baht ist ein kleiner Raum, mit Dusche und Toilette, für ein Hausmädchen vorgesehen. Diese Besitzer beschäftigen meistens eine Hausangestellte allerdings nur stundenweise, sodass sie in der Regel nicht dort wohnt. Die Verwaltung macht das Angebot für 500 Baht den Rasen zu mähen und die Hecken zu schneiden.

Ich wollte dies, so unbedarft, wie ich war, sparen und selbst ausführen. Also ging ich zu Holger und lieh mir dessen Rasenmäher aus. Ich spuckte in die Hände und legte los. Da meine gesamte Rasenfläche nur ungefähr 60 m² hat, hielt ich dies für vernünftig. Aber dies war ein Irrtum. Der Rasen unterscheidet sich stark von dem, was ich aus meiner Heimat her kannte. Er war undefinierbar und nur mit großer Kraftanstrengung zu bearbeiten. Bei einer Temperatur von über 30° war dies eine schweißtreibende Angelegenheit. Ein Teil unserer Rasenfläche bestand aus großblättrigen Pflanzen. Diese waren nur sehr schwer mit dem Rasenmäher zu bearbeiten. Eine zusätzliche Erschwernis war, dass um die Bäume herum immer eine Erhöhung ist. Dort blieb ich mit dem Rasenmäher hängen und riss teilweise sogar den Rasen in Büscheln aus dem Boden. Mein Entschluss stand fest. Dies war das erste und das letzte Mal, dass ich den Rasen mähte. Vorerst hatte ich erst einmal für zwei Monate Ruhe, da der Rasen nun kurz geschnitten war. Innerhalb von wenigen Tagen wurde die Rasenfläche durch die Sonne braun. Nach ungefähr einem Monat sprießten dann langsam wieder grüne Halme und der Rasen war optisch wieder ansehnlich. Ich muss allerdings gestehen, dass ich noch nie ein Gartenfan war und sicherlich auch nicht mehr werde. Meiner Frau, die eigentlich für den Garten zuständig war, wollte ich diese schwere Arbeit auch nicht zumuten. Ich bat also meine Frau diesbezüglich einen Gartenbetrieb anzurufen. Als wir einzogen, klingelte fast täglich unsere Hausglocke und die verschiedensten Leute boten ihre Dienstleistungen an. Die Verwaltung wollten wir nicht beauftragen, da diese Anfang des neuen Jahres den Preis von 500 Bath auf 1500 Bath heraufsetzen wollten.

Zuerst war mir dies unverständlich, später habe ich erfahren, dass die angestellten Gärtner entlassen wurden. Entweder war zu wenig Arbeit da oder sie war nicht mehr kostendeckend. In beiden Fällen war die Preiserhöhung verständlich. Der Gartenbetrieb, den meine Frau anrief, hatte ursprünglich damit geworben, dass der Preis bei 400 Baht liegen würde. Als meine Frau anrief, waren es plötzlich 500 Baht. Meine Frau handelte diesen Preis wieder auf den ursprünglichen herunter und vergab den Auftrag. Zwei Tage später wollten die Gärtner kommen. Auf meine Frage, um welche Uhrzeit mit ihnen zu rechnen sei, konnte sie keine Antwort geben. Mit meinem Hinweis, dass wir nicht Essen gehen könnten, wenn wir keinen genauen Termin hätten, traf ich sie ins Mark. Sie rief also umgehend an und erfuhr das die Gärtner um 8.00 Uhr morgens kommen wollten. Also geht es doch. Auch wenn dazu ein kleiner Schubser notwendig war. Ich hoffe, dass ich zukünftig nicht mehr so oft schubsen muss. Die Gärtner kamen dann zur versprochenen Uhrzeit und arbeiteten sehr ordentlich. Meine Frau sagte schon im Vorfeld, dass sie bei guter Arbeit zukünftig ihrer Firma weitere Aufträge erteilen würde. Im Gegensatz zu mir, verwendeten die Gärtner keinen Rasenmäher, sondern eine Motorsense mit rotierendem Messer. Vor diesen Höllenmaschinen habe ich einen Riesenrespekt, da dieses rotierende Messer ohne jeden Schutz verwendet wird. Zudem sind diese Maschinen extrem laut. Trotzdem tragen die Gärtner bei ihrer Arbeit keinen Gehörschutz. Wie schon in meinen vorherigen Erfahrungsberichten beschrieben kümmert sich niemand um den notwendigen Arbeitsschutz. Wenn tatsächlich einmal jemand verunglückt bekommt er eben die Kündigung. Ich hoffe, dass auch in der Zukunft die Qualität und die Zuverlässigkeit anhalten werden. Meine Frau gab beim ersten Mal noch 100 Baht zusätzlich, da noch einige Sträucher geschnitten und unter diesen der Boden aufgelockert und von Blättern gereinigt werden musste.

Nun zurück zum Fitnessraum. In unserem Wohnpark standen anfangs viele Häuser leer. Durch die noch laufende Hochwasserkatastrophe änderte sich dies schnell. Einige Häuser, überwiegend diese aus dem oberen Preissegment, wurden innerhalb kürzester Zeit verkauft. Dies bekam man dadurch mit, dass der neue Besitzer sein Haus entsprechend nach seiner Fasson umgebaut haben wollte. Da in der Anlage das entsprechenden Equipment vorhanden war, wurden die Umbauarbeiten von den Handwerkern des Wohnparks ausgeführt. Von einem Tag auf den anderen kamen Bauarbeiter, die ganze Wände und Fenster herausklopften. Der Lärmpegel war dem entsprechend hoch. Nach zwei bis drei Tagen kehrte dann erst einmal wieder Ruhe ein. Irgendwann ging dann die Bauerei wieder weiter. Es wurden neue Wände eingezogen und die Fenster an einem anderen Ort wieder eingebaut. So nach zwei bis drei Monaten war der Umbau dann meistens abgeschlossen. Manche Eigentümer gestalteten dann noch den Garten um. Bedauerlicherweise wird häufig der Rasen entfernt und durch eine Betonfläche, z. B. für eine Terrasse ersetzt.

Besonders intensiv konnte ich solche Umbauarbeiten mitverfolgen, als ein Haus direkt hinter dem Fitnessraum und der Verwaltung umgebaut wurde. Es war ein großes Haus, aus dem oberen Preissegment. Ich hatte nun täglich, während meines Trainings die Baustelle direkt im Blick. Alle Häuser dieser Preisklasse haben auf ihrem Grundstück ein kleines, schön gestaltetes, Gartenhaus mit Rundumverglasung. Am Abend ist dies ein schöner Platz, um draußen die Abendluft zu genießen. Zu Beginn der Bauarbeiten haben es sich die Bauarbeiter in dem kleinen Gartenhaus erst mal gemütlich gemacht und eine Runde geschlafen. Am nächsten Tag wurde das schöne Gartenhaus mit viel Getöse abgerissen und die Fläche damit nun leer. In der Außenwand des Hauses wurde ein Fenster ausgebaut. Einige Meter weiter wurde ein großes Loch herausgestemmt. Es sah so aus, als wenn dieses Fenster dort wieder eingebaut werden sollte. Die Beobachtung der Bauarbeiten war sehr interessant. Manchmal kamen vier oder fünf Leute, um den Gartenboden zu bearbeiten. Nach kurzer Zeit verschwand dann der Erste und die anderen folgten ihm, nach und nach womit die Gartenarbeit dann ein Ende gefunden hatte. Es war immer Bewegung auf der Baustelle. Es kamen Leute aus dem Haus und setzten sich in irgendeine Ecke. Die Frauen fegten, wenn es nichts anderes zu tun gab, im Haus den Dreck zusammen. Manche Männer kamen auch nur, um an die Grundstücksmauer zu pinkeln, obwohl diese Haus einen Maidraum mit Toilette hat. Interessant war auch der Aufbau eines Gerüsts, an der hinteren Seite des Hauses. Hierzu wurden einfach Bambusstäbe mit Stricken zusammengebunden. Fertig war das Gerüst. Die Arbeiter, die dieses Gerüst für Außenarbeiten am Haus benötigten, turnten danach mit dem Geschick von Affen darauf herum. Lustig fand ich, wenn der Bauherr kam und ständig die Baupläne hin und her drehte. Die Bauarbeiter hörten ihm dann ganz gespannt zu. Die Menschentraube ging mal ins Haus, um dann wenig später wieder zurückzukommen. Allen voran immer der Bauherr mit den Plänen. In den vielen Wochen, in denen ich dies alles beobachtete, konnte ich keine organisatorische Planung der Arbeiten ausmachen. Der Fertigstellungstermin wurde um Monate überschritten. Ursprünglich waren einmal zwei Monate geplant gewesen. Bis heute ist der Umbau immer noch nicht abgeschlossen. Da der Fitnessraum eine Rundumverglasung mit großer Fenster- und Spiegelfläche besitzt, konnte ich während des Trainings nach vorne zum Fenster rausschauen oder aber auch im Spiegel sehen, was hinter mir so alles passiert. So wurde es mir dort, trotz jeweils zwei Stunden Aufenthalt, nie langweilig.

Egal um welches Zeit ich an Werktagen, morgens den Fitnessraum betrete, der Koch des Restaurants sitzt dort schon vor dem Fernsehgerät, um sich die Zeit zu vertreiben. Wenn ich dann mein Training abgeschlossen habe und den Raum verlasse, sitzt er immer noch dort. Demnach wird er nicht nur fürs Kochen, sondern auch fürs Fernsehschauen bezahlt. Es wäre sinnvoller, er würde diese Zeit zur Reinigung seines Restaurants nutzen. Aber dies dürfte unter seiner Würde sein. So übernimmt eine Reinigungskraft diese Aufgabe.

Zweimal in der Woche, mittwochs und samstags, kommen am späten Vormittag, zwei Arbeiter um den Swimmingpool zu reinigen. Nach ungefähr einer Stunde sind sie meistens mit der oberflächlichen Reinigung des Pools fertig. Danach streuen sie Chlorreiniger und einmal im Monat einige Säcke eines speziellen Salzes in den Swimmingpool. Obwohl das Chlorpulver deutlich mit Gefahrstoffzeichen, wie reizend und entzündlich gekennzeichnet ist, wird überhaupt kein Schutz getragen. Der Chlorpulverbehälter wird geöffnet, der Arbeiter dreht den Kopf etwas beiseite und schließt die Augen, während er mit einem kleineren Behälter das Chlorpulver herausnimmt. Natürlich bekommt er unweigerlich eine Chlorwolke ab, aber er schüttelt nur den Kopf und geht zum Pool um das Pulver einzustreuen. Dabei bekommt er dann die nächste Wolke ab. Ich glaube diese Arbeiter haben noch nie in ihrem Leben, eine Sicherheitsunterweisung über den Umgang mit Gefahrstoffen bekommen. Auf die Idee, am Ende dieser Arbeiten eine Zeit lang ein Warnschild aufzustellen, ist bisher noch niemand gekommen. Sie gefährden damit vor allen Dingen die Kinder, die diese Gefahr nicht einschätzen können und die dort schwimmen wollen.

Der Arbeitsablauf hier ist von vielen Pausen und Unterbrechungen geprägt. So konnte ich z. B. täglich, von meinem Haus aus beobachten, wie sich die Reinigungskräfte ca. 90 Minuten vor Feierabend in einem leeren Haus, in der Nachbarschaft, sammelten. Sie saßen oder lagen dann auf den Boden und unterhielten sich. Kurz vor 17.00 Uhr kam dann plötzlich Bewegung in die Truppe. Sie packten ihre sieben Sachen zusammen und fuhren zum Ausgang des Wohnparks. Im Wächterhäuschen stempelten sie dann in an der Stechuhr ihre Karten ab. Danach verstreuten sie sich in alle Richtungen. Es herrschte dann Großstadtverkehr. Wir versuchen daher, wenn irgend, möglich um diese Uhrzeit in unsere Siedlung rein- bzw. raus-zufahren.
Nachdem wir uns nun gemütlich eingerichtet hatten, wollten wir uns der Frage widmen, ob wir nun ein Haus bauen lassen oder doch einfach ein fertiges Haus kaufen sollten. Diese Entscheidung sollten wir innerhalb eines Jahres treffen.
Bei einem evtl. Kauf war mir wichtig, dass später der Name meiner Ehefrau als Eigentümerin auf der Grundstücksurkunde steht. Die weitverbreitete Praxis, Farangs über den Umweg einer Firma doch irgendwie zum Besitzer des Grundstücks zu machen, ist mir rechtlich zu windig. Nach thailändischem Gesetz ist es Ausländern nun einmal verboten, in Thailand Land zu besitzen. Daher halte ich alle Versuche diese zu umgehen für sehr fragwürdig.

Im Internet wurden viele Häuser zum Verkauf angeboten. Die meisten dieser Angebote waren von Maklern. Gemeinsam mit meiner Frau sondierte ich diese Angebote. Auf die Anzeigen, die uns interessant erschienen, antworteten wir dann. Die Makler riefen uns daraufhin zurück und vereinbarten mit meiner Frau jeweils einen Besichtigungstermin. Meine Frau legte die Termine so, dass wir immer nach dem Mittagsessen mit den Besichtigungen begannen. Jeden Tag besichtigten wir auf diese Weise in der Regel zwei Häuser. Angebote von privater Seite besichtigten wir meist im Anschluss daran.
Ich hatte den Eindruck, dass die Makler mit den von ihnen angebotenen Objekten überhaupt nicht vertraut waren. Es sah so aus, als wenn sie das jeweilige Haus nie betreten und demnach auch nie von innen gesehen hätten.

Viele dieser Häuser standen schon sehr lange leer. Dem entsprechend sahen dann auch die Grundstücke und die Gärten aus. Bei einigen war die Besichtigung eine echte Zumutung. Bei diesen Häusern war für mich die Besichtigung nach wenigen Minuten abgeschlossen. Die Häuser, bei denen das Erscheinungsbild annehmbar war, wurden in der Regel von Farangs angeboten. Als Nächstes sahen wir uns die Wohnparks an, die von uns aus gesehen stadteinwärts lagen.

Beim Besuch einer solchen Anlage muss man am Eingang, beim Sicherheitsdienst, seinen Führerschein oder ein anderes Dokument, welches zur Identifizierung diesen kann, abgeben. Man bekommt dafür eine Besucherkarte ausgehändigt. Bei der späteren Ausfahrt bekommt man dann sein vorher abgegebenes Dokument wieder zurück.

Schon beim Reinfahren konnte man meistens den Zustand der Anlage schnell einschätzen. Spätestens bei den ersten Häusern war zu erkennen, ob es sich um einen überwiegend von Thais bewohnten Wohnpark handelte. In diesem Fall waren die Grundstücke meistens sehr klein und die Häuser standen eng beieinander. Die Nachbarn hätten sich beim Öffnen der Fenster fast die Hände reichen können. Die Besitzer neigten dazu, die Gartenflächen zu betonieren. Mit ein wenig Glück fand man noch ein paar Sträucher oder kleinere Bäume. Um die Häuser herum lag oft Unrat und Sperrmüll.

Wir fuhren so die Straßen ab, um zu sehen, welche Häuser zum Verkauf standen. Sichteten wir ein Verkaufsschild, dann rief meine Frau dort an um nach der Anzahl der Zimmer, der Größe des Hauses und des Grundstückes, sowie dem Preis zu fragen. Dies notierte sie alles um uns später, in einer ruhigen Minute, eine Sondierung der besichtigten Objekte zu ermöglichen.

Nach einiger Zeit hatten wir auch herausbekommen, bei welchen Objekten, wir aus Finanzierungsgründen, auf einen Anruf verzichten konnten. Dies waren vor allen Dingen Häuser mit einem großen Grundstück. Die Grundstückspreise sind in letzter Zeit stark angestiegen und werden vermutlich auch zukünftig weiter steigen. Bei einem großen Grundstück, von z. B. einer Größe ab 1 Rai (entspricht 1600 m²) kann man mit einem Preis von 1,5 Millionen Baht und mehr rechnen. Um so näher ein Grundstück an der Hauptstraße liegt, um so teurer ist es. Das andere Kriterium war die Größe des Hauses. Ab einer Wohnfläche von 160 m² waren die Häuser so teuer, dass sie unseren finanziellen Rahmen sprengten. Für zwei Personen wäre ein solch großes Haus, ohnehin unsinnig gewesen. Ingesamt fanden wir nicht viele Häuser, an denen wir soviel Interesse hatten, um sie uns dann auch tatsächlich noch von innen anzusehen. Meine Frau nahm hauptsächlich Anstoß am abgewohnten Zustand oder dem Schmutz in der Wohnanlage, dem mangelhaften Zustand des Hauses, dem kleinen Garten oder einfach nur, dass sie mit dem Verkäufer nicht klarkam.
Bei der Suche nach einem Haus schauten wir zusätzlich auch auf angebotenen Grundstücke. Die Verkaufsschilder waren teilweise sehr abenteuerlich angebracht und bei den Älteren konnte man die Telefonnummern nur noch erraten. Die Größenangaben von Grundstücken werden in Thailand in Rai und Tarang Wah gemacht. Dabei entspricht ein Rai einer Größe von 1600 m² und ein Tarang Wah einer Größe von 4 m². Meine persönliche Vorstellung über die Grundstücksgröße lag bei maximal 800 m². Die ideale Größe wäre zwischen 400 und 500 m². Diese Grundstücksgröße wurde allerdings kaum angeboten. Meistens fingen die Angebote bei einem Rai an und gingen sogar bis zu 35 Rai. An den Hauptstraßen gab es die meisten Angebote. Aber diese waren auch mit Abstand die Teuersten. Je weiter man von der Hauptstraße entfernten, desto günstiger wurden diese. Die Straßenverhältnisse verschlechterten sich allerdings meistens im selben Maße. Viele dieser Wege waren nur noch mit einem Pick-up zu befahren. Dazu kam noch, dass in den wenigsten Fällen bis zum Grundstück eine Wasserleitung vorhanden war. Die umliegenden Häuser behalfen sich mit eigenen Brunnen. Da diese Grundstücke alle in Hanglage waren, war teilweise eine Bohrtiefe von bis zu 130 m erforderlich, um bis ans Grundwasser zu gelangen. Da zumindest an der Hauptstraße Stromleitungen vorhanden sind, ist es durch die Installation einer Abzweigung problemlos möglich, selbst in den hinteren Nebenstraßen die Elektrizitätsversorgung zu realisieren.

Bei unserer Suche sind wir auch auf verschiedene Baustellen von Farangs gestoßen. Von Ihnen bekamen wir manche Horrorgeschichte zu hören. So hat z. B. Die Nachbarsfrau eines Farangs, dessen Bauarbeiter mit Bier und der Zusage einer besseren Bezahlung abgeworben. Seine Baustelle stand daraufhin drei Monate lang still. In einem Geschäft kaufte er fünf massive Türen. Bei der Anlieferung gab er dem Fahrer dann das restliche Geld. Vorher vergewisserte er sich, durch Prüfen, der oben auf dem Stapel liegenden Tür, dass die Lieferung tatsächlich richtig war. Als er später die Verpackung der restlichen Türen öffnete, stellte er fest, dass die anderen vier Türen, von minderwertiger Qualität waren und in keiner Weise, dem entsprachen, was er sich vorher ausgesucht hatte. Erst die vierte Elektrikertruppe war in der Lage eine Elektroinstallation nach europäischem Standard zu installieren.

Ein anderer Bauherr, der sein Haus mit Steinen aus Porenbeton bauen ließ, musste leidvoll erfahren, dass seine Handwerker mit diesem Baustoff überhaupt nicht vertraut waren. Ihnen war nicht bekannt, dass bei diesen Steinen ein spezieller Kleber und auch ein spezieller Verputz verwendet wird und der sonst übliche Zementspeiss und Zementputz dafür ungeeignet ist. Nach kurzer Zeit löste sich der Außenputz und fiel ab. Eine Nachbesserung oder gar Gewährleistung, wie in Deutschland üblich, läßt sich in Thailand kaum durchsetzen. In diesen Fällen bleibt meistens nur die Möglichkeit die verpfuschten Arbeiten von anderen Arbeitern, gegen erneute Zahlung, nachbessern zu lassen.

Dann gab es da noch die Geschichte eines Farangs, der ein großes Grundstück mit über 6 Rai kaufte, um darauf ein Ressort zu bauen. Es sollte aus insgesamt acht Häusern und einem gemeinschaftlichen Swimmingpool bestehen. Zuerst begann er mit dem Bau seines Hauses. Parallel dazu versuchte er die Einzelgrundstücke, in der Größe von jeweils ca. 800 m², zu verkaufen. Die veranschlagte Bauzeit von sechs Monaten wurde nicht eingehalten, da er mit der Arbeitsausführung seiner Handwerker immer unzufrieden war und diese daher immer wieder auswechselte. Da auch die schlechte Arbeit bezahlt werden musste, verteuerte sich der Bau extrem. Ob sich dies durch hinzuziehen eines Architekten hätte vermeiden lassen, lässt sich im Nachhinein vermutlich nicht mehr klären. Zumal es auch unter den Architekten schwarze Schafe gibt. In diesem speziellen Bereich wird auch die Thaifrau nur wenig weiterhelfen können, da man auch bei ihr speziellen Sachverstand im Hausbau vermutlich nur selten voraussetzen kann. Meine Frau will immerhin auch, mit einer einfachen Skizze, auf einem DIN-A4 Blatt, ein Haus bauen lassen. In der Zwischenzeit ist dem Farang das Geld ausgegangen. Sein Haus ist immer noch nicht fertig und von dem geplanten Ressort existiert nur eine wunderschöne Werbetafel.

Hat man endlich ein passendes Grundstück gefunden und den Kaufpreis per Handschlag besiegelt, dann meint man in einigen Tagen beim Landamt den Kauf abschließen zu können. Aber soweit kommt es dann oftmals nicht, denn der Verkäufer will plötzlich mehr Geld haben. In Wirklichkeit war der Grundstückspreis angemessen, aber irgendjemand hat ihm klar gemacht, dass die Grundstückspreise noch weiter steigen werden.

Nach all den Horrorgeschichten, die mir zu Ohren kamen, stand für mich fest, dass ich mir dies nicht antun würde. Wenn überhaupt, dann kaufe ich nur ein fertiges Haus. Es mag zwar etwas teuer sein, aber die nervliche Belastung und der Stress, den ein Hausbau mit sich bringt, ist mir dies nicht wert. Außerdem fehlt mir die körperliche Kraft, um tatkräftig mithelfen zu können. Wenn man denn selbst bauen will, sollte man unbedingt die Bauarbeiten täglich persönlich überwachen. Einmal umgedreht oder nicht da gewesen zu sein, kann fatale Folgen haben. Wir kennen es von Deutschland so, dass einen spezifizierter Auftrag, auch so ausgeführt wird. Zudem besteht dort ein Anrecht auf Nachbesserung. Von dieser Vorstellung sollte man sich in Thailand sofort verabschieden.

Nachdem unsere Suche nicht von Erfolg gekrönt war, kamen wir zu dem Entschluss in unserem Wohnpark ein Haus zu kaufen, oder auch notfalls von deren Bauarbeitern dort errichten zu lassen. Also gingen wir ins Büro unseres Wohnparks. Die Bürokraft drückte meiner Frau ein Prospekt in die Hand. Mehr konnte sie uns nicht bieten. Die Preise fingen bei 4,5 Millionen Baht an. Dieser Preis sprengte meine finanziellen Möglichkeiten. Ich bat meine Frau einen Termin mit dem Manager zu vereinbaren. Aber sie wollte nicht, da sie meinte das Prospekt hätte schon seine Richtigkeit. Also bat ich Holger, dass dessen Frau einen Termin mit dem Manager vereinbaren möge. Eine Terminvereinbarung war notwendig, da der Manager nur selten, evtl. einmal im Monat, den Wohnpark aufsucht. Die restliche Zeit hält er sich überwiegend in seinem Büro in Bangkok auf. Sein nächste Termin in Chiangmai sollte in drei Wochen sein. Ich bat Holger und dessen Frau, als Dolmetscher zu fungieren. Holger hatte selbst auch noch etwas mit dem Manager zu besprechen und somit passte es auch für ihn gut. Drei Wochen später war es dann soweit und ich konnte mein Anliegen beim Manager vortragen. Ich führte aus, ein Grundstück des Wohnparks kaufen zu wollen, um dann von seinen Bauarbeitern das entsprechende Haus darauf bauen zu lassen. Meine Frau wollte unbedingt, dass dabei ihre Planung, welche nur aus einem einzigen DIN A 4 Blatt bestand, realisiert würde. Der Manager war von dieser Idee nicht begeistert. Er meinte, völlig zu Recht, dass dies erst einmal von einem Architekten auf Machbarkeit geprüft werden müsse. Dies wäre teuer und müsse von uns vorab bezahlt werden. Er frug, warum wir nicht ein Haus aus seinem Programm aussuchen würden, da seien immerhin die Pläne alle schon vorhanden und geprüft. Die Argumentation des Managers war völlig richtig, so das das Vorhaben, ein Haus nach eigenen Plänen bauen zu lassen, für mich erledigt war.

Der Manager schlug mir einen seiner Bungalows zum Kauf vor. Leider lag der Preis weit über meinen finanziellen Möglichkeiten. Er meinte, wir sollen ihn uns einfach einmal unverbindlich ansehen. Anschließend könnten wir weitersehen. In einem Elektrofahrzeug, welches für solche Zwecke in der Siedlung bereitsteht, fuhren wir zum angepriesenen Objekt. Bei den vielen Schlüsseln brauchte er eine geraume Zeit, bis er endlich den Richtigen gefunden hatte und wir die Innenräume betreten konnten. Die Räume waren noch nicht fertig gekachelt und einige andere Dinge fehlten auch noch. In drei Monaten sollte der Bau abgeschlossen sein. Die Grundfläche des Hauses betrug ca. 120 m², die des Grundstücks lag bei 80 Tarang Wah, entsprach damit also 320 m². Wie bereits im Prospekt angegeben gab er den Preis mit 4,8 Millionen Baht an. Ich ließ beim Manager nachfragen, ob er mir bei meinen Ausführungen nicht zugehört hätte. Ich hatte ihm dabei immerhin bereits meine finanziellen Möglichkeiten aufgezeigt. Er kam leicht ins Stottern und meinte, man könne sich vielleicht bei 4,5 Millionen Baht einigen. Ich schüttelte den Kopf. Entweder wollte oder er konnte mich nicht verstehen. Nun kamen diverse Begründungen, die den geforderten Kaufpreis untermauern sollten. Es werde nur bestes Material verwendet. Das Dach alleine würde schon 1,5 Millionen Baht kosten. Außerdem wäre in Kürze mit steigenden Grundstückspreisen zu rechnen. Alles das interessierte mich allerdings herzlichst wenig. Wir verabschiedeten uns und dankten ihm für das Gespräch. Dem Manager gab ich noch mit auf den Weg, er solle sich die Angelegenheit noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Einige Tage später, als ich vom Sport nach Hause lief, kam er angerannt und meinte, dass er den Bungalow nun für 4,2 Millionen Baht verkaufen könnte. Allerdings ohne Küche und sonstige Einrichtungen. Dies war eine Milchmädchenrechnung, da ich dies immerhin benötigte und dann selber kaufen müsste. Der Preis für die fehlenden Dinge lag bei ungefähr 300 000 Baht. Im Grunde genommen befand ich mich in einer Sackgasse.

Bei der nächsten Mietszahlung ließ ich meine Frau die Vermieterin fragen, ob sie das Haus in welchem wir wohnen auch verkaufen würde und wie hoch der Preis wäre. Sie wollte uns bei der nächsten Mietszahlung nähere Auskunft geben, zumal sie vorher auch noch mit ihrem Mann darüber sprechen müsse. Unser Haus hat eine optimale Raumaufteilung und das Grundstück ist zwar nicht sehr groß, aber für uns völlig ausreichend. Bei der nächsten Mietszahlung offerierte uns die Vermiterin dann, dass der Kaufpreis für das Haus bei ca. 3,8 Millionen Baht liegen würde. Dies lag leider schon wieder über meinem Limit. Ein anderer Nachbar, der morgens auch Sport trieb, meinte er habe einen guten Draht zur Vermieterin und er würde falls ich es wünsche als Dolmetscher einspringen. Mir war das Recht und wir verabredeten einen Termin. Meine Frau war zu diesem Zeitpunkt eine Woche bei Ihrer Familie und in einem großen Wat in Bangkok. Der Nachbar trug nun mein Anliegen vor. Bei diesem Gespräch wurde deutlich, dass der Verkaufspreis plötzlich jetzt bei 4,2 Millionen Baht liegen sollte und handeln zwecklos sei.

Die Vermieterin war ein einer angenehmen Position, da sie eigentlich keinen Verkaufsdruck hatte. Zudem musste sie auch die Vorgaben ihres Ehemannes berücksichtigen. Ich änderte daraufhin meine Strategie und ließ ich fragen, ob der bestehende Mietsvertrag um zwei Jahre, zum selben Mietpreis, verlängert werden und eine neue Küche eingebaut werden würde. Der Geruch, welchen wir schon beim Einzug festgestellt hatten, sei durch die Malerarbeiten nur kurzfristig beseitigt worden und würden inzwischen immer stärker. Als kleines Bonbon warf ich ein, dass ich bereit wäre, mich an den Kosten anteilig zu beteiligen. Nach einer längeren Denkpause sagte sie zu. Nun hatte ich zwar kein Haus in Aussicht, aber wenn wir bis zum Ablauf des bestehenden Mietsvertrags keines finden würden, so wären zumindest die Weichen dahin gehend gestellt, dass wir im Wohnpark bleiben könnten. Am Schluss der Unterredung meinte die Vermieterin, dass das Nachbarhaus neben uns, von den Japanern zum Verkauf anstehen würde. Der Verkaufspreis läge bei 3,5 Millionen Baht. Sie stehe zwar mit den Japanern im Verkaufsgespräch, aber wir könnten trotzdem mit den Nachbarn Kontakt aufnehmen. Dies war ein interessanter Vorschlag, dem ich nachkommen wollte. Ich schaute mir das Haus jetzt von außen unter einem anderen Aspekt an. Zuvor sind wir bei unserem täglichen Abendspaziergang nur vorbei gelaufen, ohne uns etwas dabei zu denken. Ab und zu unterhielten wir uns mit den Nachbarn. Es war nur der Austausch von Höflichkeitsfloskeln, da diese weder Thai noch Englisch sprachen. Ihr Hund bekam dabei auch ein paar Streicheleinheiten ab, wenn er zufällig am Gartenzaun stand. Das Haus und auch das Grundstück war etwas kleiner als unseres, hatte aber an der Seite einen kleinen Anbau, der bei mir so einige Ideen hervorrief. Aber es nützte nichts, ich musste sehen, dass wir einen Besichtigungstermin für dieses Haus bekamen. Aber wie sollte das vonstattengehen, wenn man keine gemeinsame Sprache zur Verständigung hat? Google sei dank! Ich ließ dort einfach einen entsprechenden Text ins Japanische übersetzen und steckte das Schreiben in den Briefkasten. Nach gut einer Woche wurde ich vom Nachbarn angesprochen, ob wir am Sonntag Zeit für die Besichtigung hätten. Ich stimmte sofort zu. Am Sonntag ging ich dann mit meiner Frau zum Nachbarhaus. Nach ein paar Höflichkeitsfloskeln wurden wir ins Haus gebeten und bekamen dazu ein paar Hausschuhe verpasst. Im Regelfall ist es in Thailand so, dass man als Erstes ins Wohnzimmer stolpert. So auch hier. Aber ach du Schreck! Mitten im Wohnzimmer war eine 20 cm tiefe Stufe. Von dort ging es zur Küche und zur Treppe. Also man geht 20 cm in die Tiefe und anschließend eine steile Treppe nach oben, wobei sich diese 20 cm sehr negativ bemerkbar machten. Der kleine Anbau, den ich vorhin erwähnte, geht offen, nur getrennt durch eine verglaste Schiebetür, vom Wohnzimmer ab und ist im Prinzip ein kleiner Erker, indem ein Piano stand. Dieser kleine Raum erschlägt einen, zumal Tageslicht nur durch ein paar kleine Oberlichtfenster hereinscheint. An der Küche war ein kleiner Anbau. Leider war die Küche in keinem guten Zustand. Die oberen Räumlichkeiten bestanden aus drei Räumen und zwei Nasszellen. Die Raumaufteilung war sehr unglücklich gewählt, sodass viel toter Raum vorhanden war. Das Grundstück selbst war sehr gepflegt. Die Japaner hatten dafür einen Gartenbetrieb engagiert. Dieser kostete monatlich 1500 Baht. Über den Verkaufspreis wurden wir uns schnell einig. Die Angaben dazu hatte ich ja von meiner Vermieterin. Die Zahlung sollte auf ein Konto in Singapur gehen. Dies sollte kein Problem darstellen. Wir baten um drei Tage Bedenkzeit. Wir verabschieden uns und gingen nach Haus. Wir kamen nach reiflicher Überlegung zu dem gemeinsamen Entschluss dieses Haus nicht zu kaufen. Die Japaner nahmen unsere Entscheidung gefasst entgegen.
Bei einer der nächsten Mietzahlungen ließ die Vermieterin anklingen, dass zwei Häuser von ihrem entfernt, ein Haus nach wie vor zum Verkauf stehe. Mir war dies bekannt. Ich sagte ihr, dass mir dieses Haus zu teuer sei. Sie meinte, dass die Besitzerin in ein paar Tagen nach Chiangmai käme und wir uns dann das Haus ansehen könnten. Sie würde alles einfädeln und uns dann anrufen. Ich sagte mir innerlich, ansehen kostet nichts und hakte dieses Haus in Gedanken schon ab. Auch die Vermieterin kannte mein Limit. Aber so etwas scheint hier niemand wirklich ernst zu nehmen. In Thailand ist es weit verbreitet, weit über seine Verhältnisse zu leben. An einem späten Nachmittag rief die Vermieterin bei meiner Frau an. Sie stürmte, ohne etwas zu sagen, aus dem Haus. Erst nach ein paar Minuten fragte ich mich, was dies zu bedeuten hätte und ging los, um meine Frau zu suchen. Ich brauchte nur in Richtung meiner Vermieterin zu gehen und dann müsste ich sie sehen. So war es dann auch. Mitten auf der Straße sah ich meine Frau zusammen mit der Vermieterin und einer für mich unbekannten Frau. Als ich dort ankam, hörte ich, dass sie über das Haus, welches laut Vermieterin zum Verkauf anstand, debattierten. Die Verkäuferin gab mir, nachdem die Begrüßungszeremonie beendet war, einen Wink ins Haus zu gehen, um mir die Räumlichkeiten anzusehen. Das Haus war eines von drei Häusern die die Verkäuferin besaß. Es war noch nie bewohnt gewesen. Die Räume selbst waren sehr ansprechend. Die Küche war zwar etwas klein, aber für zwei Personen völlig ausreichend. Außerdem ging ein geräumiger Anbau vom Wohnzimmer ab. Der Anbau war zum Wohnzimmer hin offen und hatte eine ausreichende Anzahl von Fenstern, die den Raum angenehm aufhellten. In den oberen Räumen hat die Vermieterin durchgängig Holzböden einbauen lassen. Dies ergab ein angenehmes Wohngefühl. Im Obergeschoss waren drei Räume und zwei Nasszellen. Erstaunlicherweise war die Raumaufteilung sehr gut und es gab so gut wie keinen toten Raum. Das Grundstück war sehr gepflegt und wesentlich größer als unseres. Das einzige was meiner Meinung nach fehlte, waren Bäume. Meine Frau war hin und weg, während ich sehr zurückhaltend blieb. Es handelte sich immerhin um ein großes Grundstück und ein fast neues Haus. Meine Frau redete wie ein Wasserfall mit der Verkäuferin. Irgendwann einmal erinnerte sie sich, dass ich auch noch da war und das Geld in meiner Obhut lag. Sie meinte die Besitzerin wolle vier Millionen Baht haben. Ich erklärte ihr, das sie diesen Betrag schon länger haben wolle, bisher aber niemand bereit gewesen sei, dies zu bezahlen.

Meine Frau war leicht gekränkt, quatschte aber dann munter weiter, mit der Verkäuferin. Irgendwann fragte sie mich, was ich denn bereit wäre zu zahlen. Auf diese Frage hatte ich schon lange gewartet. Ich antwortete ihr, welchen Preis ich bereit wäre zu zahlen. Wir vereinbarten eine gegenseitige Bedenkzeit von drei Tagen. Auf Nachfrage nach dem beabsichtigten Kauftermin erklärte ich, dass wir im Mai und Juni in Deutschland wären und dann das Geld zum Kauf mitbringen würde. Sie akzeptierte dies sofort.

Wir standen noch eine Weile vor dem Haus, bevor wir uns verabschiedeten. Zum Abschluss erinnerten wir uns noch gegenseitig an die drei Tage Bedenkzeit. Die Telefonnummern hatten wir bereits ausgetauscht. Auf dem kurzen Nachhauseweg war meine Frau ganz aufgewühlt. Dieses Haus und kein anderes sollte es sein. Ich versuchte sie noch zu bremsen. Sie solle bedenken, dass die Verkäuferin sich erst noch endgültig zum Verkauf bekennen müsse, ehe an Weiteres überhaupt zu denken wäre.

Im nächsten Bericht wird es die Antwort darauf geben, ob der Hauskauf erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Weiterhin werde ich die Vorbereitungen für den ersten Heimflug nach einem Jahr behandeln, und wie es danach weitergehen soll.

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Viele Grüße
Wolfgang und Kaek aus Sukhothai / Berlin
E-Mail: thaikunst@yahoo.de
Homepage: http://thaikunst.de.to/

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