Pressemitteilung der EFSA
EFSA=Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit http://www.efsa.europa.eu Die EFSA bewertet die möglichen Risiken im Hinblick auf denkbares Melamin in zusammengesetzten Lebensmitteln aus China 25/09/2008 Angesichts der jüngsten Ereignisse in China hat die
Europäische Kommission die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) um eine dringende wissenschaftliche Stellungnahme zu den gesundheitlichen Risiken ersucht, denen europäische Konsumenten im Hinblick auf das mögliche Vorhandensein von Melamin[1] in zusammengesetzten Lebensmitteln, die Milch oder Milchprodukte aus China enthalten, ausgesetzt sein könnten.
Die Wissenschaftler der EFSA gaben heute eine Erklärung ab, wonach selbst für den schlimmsten Fall, dass Erwachsene in
Europa Schokolade und Kekse verzehren, die verunreinigtes Milchpulver enthalten, die TDI (tolerierbare tägliche Aufnahmemenge) von 0,5 mg pro kg Körpergewicht nicht überschritten würde[2].
Bei Kindern mit durchschnittlichem Verzehr von Keksen, Sahnebonbons und Schokolade, für deren Herstellung derartiges Milchpulver verwendet wurde, würde die TDI ebenfalls nicht überschritten. Im schlimmsten Fall eines denkbar höchsten Verseuchungsgrades würde bei Kindern, die täglich eine große Menge
von Sahnebonbons, Schokolade oder Keksen mit einem hohen Gehalt an Milchpulver zu sich nehmen, die TDI jedoch überschritten. Bei Kindern, die sowohl Kekse als auch Schokolade essen, könnte die TDI potenziell um bis zu mehr als das Dreifache überschritten werden.
Hoher Melamingehalt kann vor allem zu Schädigungen der Nieren führen. Die EFSA hatte die TDI von 0,5 mg pro kg Körpergewicht für Melamin bereits in einem spezifischen Fall von Verunreinigung im Jahr 2007 zu Grunde gelegt[3].
Die Kommission hat die EFSA aufgefordert, ihre Risikobewertung auf Kekse und Schokolade mit Milchpulvergehalt zu konzentrieren, da solche Produkte aus China importiert werden können. Die EFSA hat auf der Basis europäischer Verzehrzahlen[4] von Keksen und Schokolade theoretische Expositionsszenarien entwickelt. Da keine Daten für verunreinigtes Milchpulver verfügbar sind, benutzte die EFSA ebenfalls den in chinesischer Flaschennahrung festgestellten höchsten Melaminwert als Grundlage
für die Bewertung des schlimmsten anzunehmenden Falles. Die EFSA betont, dass derzeit nicht bekannt ist, ob derartige theoretische hochgradige Expositionsszenarien tatsächlich in Europa auftreten könnten. Für Medienanfragen wenden Sie sich bitte an: Ian Palombi E-mail: Press@efsa.europa.eu Tel: +39 0521 036 149
[1] Melamin ist eine chemische Verbindung, die
allgemein zur Herstellung von Harzen, Kunststoffen und Klebstoffen verwendet wird. In Europa ist Melamin zur Herstellung von Materialien und Gegenständen aus Kunststoff zugelassen, der Zusatz von Melamin zu Lebensmitteln und Tierfutter ist jedoch verboten. [2] Die EFSA hat dem schlimmsten anzunehmenden Fall den für chinesische Säuglingsnahrung berichteten höchsten Melaminwert (ca. 2 500 mg/kg) und einen Aufnahmewert von 95% zu Grunde gelegt. [3] Da Ungewissheit bezüglich der Zeitskala
für die Entwicklung von Nierenschäden besteht, hat die EFSA eine TDI von 0,5 mg pro kg Körpergewicht zu Grunde gelegt, die im Verlauf eines Lebens vor Exposition schützt, und berücksichtigte dabei mögliche Effekte von Melaminexpositionen über einen relativ kurzen Zeitraum, wie sie beispielsweise durch den wiederholten Verzehr von mit Melamin verunreinigten Produkte auftreten könnten. [4] Das Wissenschaftliche Gremium stützt seine Bewertung auf Daten der Concise European Consumption
Database (europäische Datenbank für Lebensmittelverzehr), des Industrieverbandes CAOBISCO sowie auf Daten über Melamingehalte in Flaschennahrung, die von der chinesischen staatlichen Verwaltungsbehörde für Qualitätsüberwachung, Inspektion und Quarantäne berichtet wurden.
Hinweis der Deutschen Botschaft Bangkok: Vorsicht bei bestimmten Lebensmitteln FOCUS, 05. Oktober 2008: Melamin-Skandal: Mehr kranke Kinder als zugegeben WELT, 07. Oktober 2008: Vorl¦ufige Entwarnung im Melamin-Skandal süddeutsche, 05. Oktober 2008: Das Ende des weien Kaninchens FAZ, 29. September 2008: Nun auch Schokolade aus China betroffen
FAZ, 29. September 2008: Auch Schokolade vom Melamin-Skandal betroffen FAZ, 23. September 2008: 54.000 Kinder von Milchskandal betroffen SPIEGEL, 22. September 2008: 50.000 Babys wegen verseuchter Milch erkrankt
FAZ, 22. September 2008: Milch-Skandal, Chinas Schw¦che FAZ, 22. September 2008: Melamin-Spuren auch in Nestl←-Produkten FAZ, 20. September 2008: Jetzt geht an der Ems die Angst um WELT, 19. September 2008: Melamin-Skandal weitet sich aus süddeutsche, 19. September 2008: Melamin nun auch in Frischmilch entdeckt
n-tv, 19. September 2008: Gift in Futter und Frischmilch FAZ, 18. September 2008: Die Profiteure gehen ber Kinderleichen FOCUS, 18. September 2008: Verunreinigtes Milchpulver: Babymilch-Skandal immer dramatischer
FAZ, 17. September 2008: Chinesische Milchindustrie wird landesweit geprft süddeutsche, 19. September 2008: Verseuchte Babymilch wurde exportiert süddeutsche, 15. September 2008: Tdliches Risiko fr den olympischen Frieden
FAZ, 15. September 2008: Verseuchte Milch, vergiftete Stimmung FAZ, 20. April 2004: Babynahrung verursacht Tod von mehr als 50 Säuglingen |