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SteuerSteuer

Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich nur auf das deutsche Steuerrecht. Ich möchte auf dieser Homepage keinen weiteren Ratgeber zum Thema Steuer eröffnen, sondern nur auf die speziellen Besonderheiten und Fallstricke, die ein Auswandern nach Thailand mit sich bringen kann, hinweisen. Damit sollte es möglich sein, kritische Problempunkte aufzudecken und evtl. gezielt zu hinterfragen.

Hinweis für Rentner!
 

    Keine Besteuerung deutscher Renten in Thailand
    In letzter Zeit kam es vermehrt zu Hinweisen, dass das Finanzamt in Udon Thani Rentenzahlungen der Steuerpflicht unterlegen wollte. Dies widerspricht dem bestehenden Doppelbesteuerungsabkommen. Die Botschaft hat dieses Problem daher bei dem Finanzamt angesprochen und geklärt. Sollten Steuerforderungen für Rentenzahlungen künftig - eventuell auch von Finanzämtern anderer Regionen - weiterhin erhoben werden, empfehlen wir, keine Zahlungen zu leisten und auf das Doppelbesteuerungsabkommen hinzuweisen sowie gegebenenfalls die Botschaft zu informieren. (aus Newsletter Deutsche Botschaft, Aug 2003)

    Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland - Thailand:
    http://www.bundesfinanzministerium.de/... (PDF)

    Besteuerung der Rente

    Rentner, die im Ausland leben, müssen ihre Renteneinkünfte in der Regel in Deutschland versteuern. Laut Alterseinkünftegesetz müssen sie seit 2005 eine Einkommensteuererklärung für beschränkt Steuerpflichtige abgeben. Ob es tatsächlich zu einer Besteuerung kommt, hängt von den individuellen Verhältnissen des Rentners ab.

    Wie Renten besteuert werden Deutsche Rentenversicherung
    Steuern und Rente ihre-vorsorge.de
    Online-Alterseinkünfte-Rechner Bayerisches Landesamt für Steuern
    “Deutsche Auslandsrentner in der Steuerfalle” Schlagzeile der WELT
     

Entscheidend für die weitere Besteuerung in Deutschland ist die Frage, ob dort noch ein Wohnsitz beibehalten wird.
 

Steuerlicher Wohnsitz

(§ 8 Abgabenordnung, BFH-Urteil vom 24.01.2001 I R 100/99)

    "Einen Wohnsitz hat jemand dort, wo er eine Wohnung (Wohnung = Küche, Bad und ausreichend Wohn- und Schlafraum für die Familie und nicht nur ein Zimmer) innehat, die darauf schließen lassen, dass er die Wohnung beibehalten und benutzen wird. Es kommt nicht darauf an, wo sich der Haupt- oder Familienwohnsitz befindet." Eine reine Postanschrift oder die Meldeadresse ist nicht ausreichend.

Der Wohnsitz in Deutschland wird beibehalten

    Kirchensteuerpflicht: bleibt bestehen

    -unbeschränkte Einkommensteuerpflicht = normale Besteuerung-
    Da zwischen Thailand und Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen *4 existiert, unterliegt das in Thailand erwirtschaftete Einkommen nicht der deutschen Einkommenssteuer sondern muss in Thailand versteuert werden. Es wird allerdings zur Festsetzung der Steuerklasse (Progression) mit herangezogen (Progressionsvorbehalt § 32 b EStG).

Der Wohnsitz in Deutschland wird aufgegeben

    Kirchensteuerpflicht: entfällt

    Zinsen: Die Bank darf keine Zinsabschlagsteuer und keinen Solidaritätszuschlag abführen.

    Es wird keine Lohnsteuerkarte mehr ausgestellt. Um zu verhindern, dass eine Einordnung in die sehr ungünstige Steuerklasse VI erfolgt, muss ein Antrag nach § 39c Abs. 3, 4 EStG gestellt werden. Aufgrund dieses Antrags wird eine Bescheinigung über die maßgebliche Steuerklasse ausgestellt. Auf dieser Bescheinigung können auch Freibeträge eingetragen werden. In diesem Fall ist ein Antrag auf Lohnsteuerermäßigung zu stellen. Dies muss jedes Jahr erneut, bis spätestens Oktober, beantragt werden. Das Finanzamt erinnert nicht, sondern stellt einfach auf Lohnsteuerklasse VI um.

    -beschränkte Einkommensteuerpflicht-
    Nur die in Deutschland erwirtschafteten Einkünfte unterliegen der deutschen Einkommensteuer.

    Dies können Bezüge aus einer deutschen öffentlichen Kasse sein (§ 49 Abs. 1 Nr. 4 EStG), wie z. B. eine Pension oder eine Rente sein. Bei Renten wird dies erst bei einer sehr hohen Rente der Fall sein. Des weiteren können dies auch deutsche Mieteinkünfte sein (§ 49 Abs. 1 Nr. 6 EStG). Das Doppelbesteuerungsabkommen *4 regelt dies im Einzelnen.

    Da kein Ehegattensplitting möglich ist und auch keinerlei Werbungskosten und Freibeträge abgesetzt werden können, ist dies eine sehr ungünstige Besteuerung. Deshalb kann es sinnvoll sein, in diesem Fall, die unbeschränkte Steuerpflicht beim Finanzamt zu beantragen  (§ 1 Abs. 3 EStG). Dies kann zusammen mit der Einkommensteuererklärung erfolgen.

    -unbeschränkte Einkommensteuerpflicht-
    Voraussetzungen:
    Das thailändische Einkommen muss unter 1534 € beziehungsweise für beide Ehepartner unter 3068 € im Jahr liegen (§ 1 Abs. 3 in Verbindung mit § 1a EStG). Dabei wurde berücksichtigt das die eigentliche Einkommensgrenze, von 6136 €/12272 €, durch die Ländergruppenteilung IV, der Thailand seit 2008 angehört, auf ¼, also bei 1534 € liegt. Wenn das thailändische Einkommen diese Grenze überschreitet, kann die Voraussetzung dennoch erfüllt werden, wenn wenigstens 90% des Gesamteinkommens der deutschen Einkommensteuer unterliegen. Dies würde also ein entsprechend sehr hohes deutsches Einkommen voraussetzen.

    Grundfreibetrag
    Nach § 32a Abs. 1 Nr. 1 EStG hat jeder Einkommensteuerpflichtige einen Anspruch auf einen Grundfreibetrag. Da sich dieser Grundfreibetrag nach der Entwicklung der Lebenshaltungskosten orientiert, wird er im Laufe der Zeit immer wieder entsprechend angepaßt (2008=7664 €, 2009=7834 €, 2010=8004 €).

    Abzugsbetrag
    Für den Ehepartner kann ein weiterer Freibetrag, der sogenannte Abzugsbetrag (§33a EStG) in Höhe von 7.680 € geltend gemacht werden.

    Kinderfreibetrag und Erziehungsfreibetrag
    Für die angeführten Freibeträge müssen die gleichen Voraussetzungen erfüllt werden, wie für das Kindergeld. Anders als das Kindergeld sind sie allerdings auch dann erhältlich, wenn das Kind (auch Stiefkind) seinen Wohnort in Thailand hat. Da in Thailand keine gemeinsame Veranlagung möglich ist, stehen jedem Elternteil die Freibeträge zur Hälfte zu. Wenn nur ein Elternteil in Deutschland Steuern entrichtet, stehen diesem die ungeteilten kompletten Freibeträge zu *1 (R 32.12 EStR 2005).

    Kinderfreibetrag
    Er wird bis zum 18. Lebensjahr angerechnet und beträgt 3.864 € je Kind und Jahr. Eine Ausbildung verlängert diese Frist bis zum 27. Lebensjahr. *2 (§32 Abs. 6 in Verbindung mit §32 Abs. 1-5 EStG).

    Erziehungsfreibetrag (Freibetrag für Betreuung, Erziehung, Ausbildung)
    Er wird bis zum 16. Lebensjahr angerechnet. *2 (§ 32 Abs. 6 Satz 1 EStG) und beträgt 2.160 € je Kind und Jahr.

    Kürzung auf ½
    Da Thailand niedrigere Lebenshaltungskosten aufweist als Deutschland werden die Freibeträge gekürzt. Seit 2014 ist Thailand der Ländergruppe 3 *3 zugeordnet, was eine Kürzung auf ½ nach sich zieht.

    Beispiel
    Ein in Thailand lebender pensionierter Beamter mit Ehefrau (ohne eigenes Einkommen) und Kind.

Grundfreibetrag 7.664 €
Abzugsbetrag für Ehepartner 7.680 €
Kinderfreibetrag für 1 Kind 3.864 €
Erziehungsfreibetrag für 1 Kind 2.160 €
-----------
Summe 21.368 €
Kürzung auf ½ (Ländergruppe IV) 10.684 €

-Stand April 2015-

Alle Angaben ohne Gewähr!

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