Siam-Info

Vorbereitungen zum Hausbau


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Hallo miteinander,
ich bin 62 Jahre alt und seit 11 Jahren mit meiner thailändischen Frau verheiratet. Nach meinem Studium habe ich 35 Jahre bei einem Großkonzern im Maschinenbau gearbeitet. Meine Frau ist 44 Jahre alt und Künstlerin. In verschiedenen Ausstellungen und Galerien quer durch Deutschland hat sie ihre Arbeiten, überwiegend thailändische Glasmalerei, ausgestellt. Leider kann man in Deutschland von Kunst nicht leben.

Seit März 2011 bin ich nun Rentner. Zusammen mit meiner Frau bin ich von Berlin nach Thailand gereist, wo wir ein Jahr wohnen wollen. Danach werden wir wechselweise in Deutschland bzw. Thailand leben. Unser Ziel ist es, in Thailand auf unserem eigenen Grundstück ein Haus zu bauen.

Ich habe mal für den ersten Monat so einiges zusammengeschrieben und will Euch daran teilhaben lassen. Zur Nachahmung ist dies allerdings nicht zu empfehlen.

Nun ist der erste Monat, seitdem wir in Thailand sind, fast um. Jeder der mich kennt, weiß, dass Geduld nicht meine Stärke ist. Hier muss ich kräftig auf die Zähne beißen, damit ich nicht die Ruhe verliere. Hier ticken die Uhren völlig anders, als bei uns. Warum dies so ist, möchte ich an dieser Stelle nicht im Einzelnen ausführen. Es waren sehr turbulente Wochen, die sich nun etwas beruhigt haben.

Aber der Reihe nach. Nach der Ankunft in Bangkok sind wir zur Spedition gegangen, um die notwendigen Formalitäten zu erledigen, die notwendig sind, damit der Container zugestellt werden kann. In Deutschland hieß es, dass nur der Originalpass vorgelegt werden muss. Davon würde dann eine Kopie für den Zoll (Aus-/Einreisestempel) gemacht. Von wegen, Pustekuchen, jeder Sachbearbeiter hat hier seine eigenen Ansichten. Es wurden Kopien des Hausbuchs (ähnlich wie unser Melderegister) meiner Frau benötigt. Da ich ja auf alles vorbereitet war, hatte ich selbstverständlich alle Dokumente auf meinem Notebook gespeichert. Somit konnten wir diesen Punkt abhaken. Da ich den Container nicht nur gemietet, sondern gekauft hatte, wurden Zollgebühren für meinen Container ins Gespräch gebracht. Um dies zu errechnen, war die Angabe des Alters und des Kaufpreises des Containers erforderlich. Natürlich wurden diese Unterlagen der Spedition in Berlin schon vor Monaten übergeben, kamen aber scheinbar in Thailand nicht an. Auch diese Dokumente waren auf meinem Notebook gespeichert. Außerdem ist in der Colliliste das Label des Containers mit aufgeführt und dort ist auch das Herstellungsjahr und der Hersteller mit angegeben. Aber warum einfach, wenn es kompliziert geht. Am 01.06.2011 hat nun das Containerschiff im Hafen von Thailand anlegt. Zusätzlich ist entgegen der Information aus Deutschland, jetzt der Pass im Original bei der Zollbehörde vorzulegen. Zwischenzeitlich haben wir ihn per Express nach Bangkok gesandt. Für die nächste Woche ist die Zollabwicklung eingeplant.

Nun zurück. Wir sind drei Tage in Bangkok geblieben. Danach holte uns die Schwester und der Bruder meiner Frau, mit einem Pickup ab. Das war auch notwendig, da wir über 80 kg Gepäck bei uns hatten. In einer von uns schon mehrmals besuchten Bungalowanlage, die einem Freund der Familie meiner Frau gehört, mieteten wir uns zu einem Sonderpreis von 400 Baht/Tag (ca. 10€) ein. Jetzt ging es auf die Suche nach einem passenden Auto. Ein Pickup kam für mich nicht in Frage, da diese einen zu hohen Treibstoffverbrauch und nur selten eine Automatikschaltung, haben. Nach zwei Tagen Suche in verschiedenen Städten blieben wir bei einem sechs Jahre alten Honda City ZX hängen. Beim Zurücksetzen ist er leider sehr unübersichtlich. Meine Frau hat schon einige Male aufgeschrien, da es speziell auf ihrer Seite sehr eng war. Aber dafür hat sie ja immer einige Buddhas bei sich. Bisher hat dies glücklicherweise immer geholfen. Vom Kauf des Autos bis zum Tag der Übernahme vergingen nochmals vier Tage. Wobei alleine zwei Tage für einen Reifenwechsel benötigt wurden. Viele Telefonate und Besuche vor Ort waren erforderlich. Man konnte das Gefühl nicht loswerden, dass überhaupt kein Interesse am Verkauf vorlag. Es scheiterte immer wieder an Kleinigkeiten. Es gab nur einen Autoschlüssel, der PIN vom Autoradio fehlte, sowie das Hand- bzw. Servicebuch. Meine Frau hatte schon aufgegeben und meinte zu mir, ich solle bezahlen, alles Weitere würde schon kommen. Aber wer mich kennt weiß, dass ich mich auf so etwas nicht einlasse und meine berüchtigte Hartnäckigkeit führte dann auch tatsächlich Erfolg. Also zusammengefasst. Nach zähen Verhandlungen habe ich dann 350 000 Baht bezahlt. Das sind umgerechnet ca. 9000 €. Normalerweise kostet ein solcher Wagen mit dieser Kilometerleistung um die 400000 Baht. So nun hatten wir ein Auto, aber bei der ersten Durchsicht waren ein paar Dinge doch nicht in Ordnung. Als Erstes habe ich zwei neue Reifen aufziehen lassen. Danach habe ich einen Ölwechsel sowie die Überprüfung der Bremsflüssigkeit und des Kühlwassers durchführen lassen. Überall hat etwas gefehlt. Aber so ist es auch bei uns, bei vielen Autohändlern. Nach zwei weiteren Tagen hatte ich nun ein einsatzbereites Auto und war somit selbstständig und nicht mehr auf die Familie angewiesen. Ohne Auto ist man auch in Thailand aufgeschmissen. Oder man braucht viel Zeit, um von A nach B zu kommen. In der Zwischenzeit waren wir nicht untätig, denn wir suchten ja eine Unterkunft für mehrere Monate. Auf Dauer war es in der Bungalowanlage auch zu teuer und mit 12 m² sehr klein. Bei jemandem aus der großen der Familie zu wohnen lehnte ich kategorisch ab. Wir fanden dann ein Appartementhaus mit zusätzlich drei neuen Bungalows. Der Bungalow sollte 2800 Baht Miete/Monat kosten. Als Kaution wurden 2000 Baht verlangt. Hier hat meine Frau zum ersten Mal in Ihrem Leben einen Vertrag unterschrieben. Zusätzlich wurde dann innerhalb eines Tages eine Internetleitung gezogen. Diese war für mich sehr wichtig, um Kontakt nach Deutschland halten zu können. Der Bungalow hat, mit Nasszelle, eine Größe von 18 m² und verfügt nur über eine sehr einfache Ausstattung. Aber etwas anderes wird man in Thailand auf dem Lande nicht finden. Ein Warmwasseranschluss war auch nicht vorhanden. Ich habe diesen dann installieren lassen. Von der Familie haben wir dann einen neuen gebrauchten Kühlschrank, einen kleinen Tisch mit zwei Stühlen und einen Ventilator gekauft. Glücklicherweise hatte der Bungalow eine Klimaanlage. Ohne könnte ich es dort nicht aushalten. Für einen Fernseher war kein Platz vorhanden. Darüber bin ich übrigens nicht traurig, da ich sowieso nichts verstehe und es ununterbrochen Werbung gibt. In der Bungalowanlage hatten wir trotz der kleinen Fläche einen Fernseher. Da sahen wir von den großen Unwettern im Norden Thailands, in Chiang Mai und Chiang Rai. Es soll sehr große Schäden verursacht haben. Wenn man die Bilder sah, sie wurden auch in Deutschland gezeigt, konnte man dies erahnen. Bei uns gab es auch fast jeden Tag, trotz großer Hitze, kräftige Niederschläge und Gewitter. Da diese in den Abend- bzw. in den Nachtstunden waren, war uns dies gleichgültig. Zwischenzeitlich haben wir mehrmals unser Grundstück besucht und die Frage aufgeworfen, wo der Container, den wir als Gartenschuppen nutzen wollten, denn stehen sollte. Durch bauliche Änderungen in der Nachbarschaft, in den letzten Jahren, war es nicht mehr möglich den Container auf den vorgesehenen Platz zu stellen. Auch die Autokranfirma, die die Abladestelle besucht hatte, meinte es wäre nicht ausreichend Platz vorhanden. Meine Frau nahm dies als Gegebenheit hin und fragte mich nun, was zu tun sei. Ich schlug vor, den Container auf dem Grundstück ihres kleinen Bruders zwischenzulagern. Die Zeit drängte, da noch ein Fundament erstellt werden musste. Der kleine Bruder war davon nicht begeistert. Da es eine einfach und klar geäußerte Ablehnung bei Thais nicht gibt, konnte ich dies nur an seinen Gesten erahnen. Ausgesprochen wurde dies hingegen nicht. Immer wieder hörte ich den Satz „nur keine Sorge, wir machen das schon“. Meine Einwände wurden ignoriert. Durch einen Zufall sah ich auf einen unseren vielen Fahrten einen Autokran. Wir hielten ihn an und sprachen mit dem Fahrer über unser Problem. Er meinte nur, dass es gehen könnte. Und dann ging es schnell. Der Kranwagenfahrer wurde von uns am nächsten Tag abgeholt und auf unser Grundstück gebracht. Nach endlosen Diskussionen, von denen ich natürlich nichts verstand, zeigte er die Lösung auf. Es müssten nur etliche Veränderungen am Grundstück vorgenommen werden, dann würde es funktionieren. Nachdem ich nun verstand, wie die Lösung aussehen sollte, konnte ich dem auch zustimmen. Der Preis für einen halben Tag sollte dann bei 5000 Baht liegen. Ein akzeptabler Preis. Wir sollten nur rechtzeitig Bescheid geben, wann der Container kommen würde. Nun dachte ich, nachdem das Problem gelöst wäre, würde man mit der Umsetzung beginnen. Pustekuchen, meine Einwände wurden immer gleich beantwortet mit "nur keine Sorge, wir machen das schon“. Da dies aber nicht geschah, sagte ich meiner Frau, dass wir dann am nächsten Tag nach Nordthailand fahren würden. Zuerst lehnte Sie dies entschieden ab. Ein Zufall half mir, meine Frau umzustimmen. Meine Frau und ihre jüngste Schwester zerstritten sich fürchterlich, worauf meine Frau nichts wie weg wollte. Sie wollte mit Ihrer Familie nichts mehr zu tun haben. Da bot sich doch eine Reise nach Nordthailand gut an. Und schon wurde aus dem „Nein“ ein „Ja“. Allerdings nur für 3-4 Tage. Da sie nun mit Ihrer Familie nichts mehr zu tun haben wollte, wollten wir uns Häuser im Norden Thailands ansehen. Im Internet hatte sie ja schon von Berlin aus, einige Objekte ausgesucht. Wir fuhren also nach Chiang Mai. Da meine Frau meinte, dass Sie ja dort viele Jahre studiert hätte, würde Sie die anvisierten Objekte schon finden. Leider hatte Sie nicht berücksichtigt, dass die Zeit nicht stehen geblieben war und sie Chiang Mai bereits vor über 15 Jahren verlassen hatte. Plötzlich gab es Straßen, die es vorher dort nicht gab. Zusammengefasst bedeutete dies, dass sie bis zu sechs Mal telefonieren musste, bis wir die entsprechenden Objekte überhaupt finden konnten. Leider war kein Objekt dabei, dass unseren Ansprüchen genügt hätte. Oder aber die Objekte waren einfach völlig überteuert und standen dementsprechend teilweise schon Jahre leer. Thais lassen ihre Häuser lieber über viele Jahre leerstehen, als das Sie von ihren überhöhten Preisen abrücken würden. Während wir in Chiang Mai waren, haben wir für unser Auto eine Vollkaskoversicherung (1.Klasse) abgeschlossen, da die einfache staatliche Pflichtversicherung keinen Sachschaden abdeckt. Sie kostet im Jahr allerdings auch nur 600 Baht (15€). Die Vollkaskoversicherung hingegen kostete 16000 Baht/Jahr und deckt den Sachschaden beim Unfallgegner, wie auch am eigenen Fahrzeug ab. Zur Unfallaufnahme steht rund um die Uhr, ein Agent des Versicherungsunternehmens bereit. Er ist in kürzester Zeit vor Ort. Er übernimmt dann alle weiteren Formalitäten, wie z.B.die Bezahlung einer Kaution bei der Polizei (bis 100000 Baht) und vieles mehr. Nach Abschluss dieser Versicherung konnte ich ruhiger fahren. Übers Internet hatte ich schon von Berlin aus etliche Kontakte mit Deutschen in Chiang Mai geknüpft. Diese wollte ich durch persönliches Kennenlernen intensivieren. Dazu bot sich eine Geburtstagsfeier an, zu der wir kurzfristig eingeladen wurden. Auf dieser Geburtstagsfeier lernte ich leider nur drei Deutsche kennen. Zwei Deutsche waren leider aus unterschiedlichen Gründen nicht gekommen. Es kam zu einem regen Gedankenaustausch, wobei wir nicht immer auf einer Wellenlänge lagen. Aber ich nahm wenigstens die Erkenntnis mit, den Hauskauf in Chiang Mai zu unterlassen und erst mal für ein Jahr oder länger ein Haus nur zu mieten. Von dieser Vorstellung war meine Frau allerdings überhaupt nicht zu begeistern. Das viele Geld, also die Miete, sei verloren. Eine andere Meinung war nicht zugelassen. Wir besuchten aber trotzdem eine sehr schöne Anlage. Hier waren wir beide erstaunlicherweise sehr angetan. Bei den Kaufpreisen der Häuser stockte uns beide der Atem. Sie lagen weit über unserem möglichen Budget. Ans Vermieten wollten die Verkäufer aber nicht so richtig heran. Hier half uns dann ein Deutscher, den wir auf der Geburtstagsfeier kennengelernt hatten. Er kannte eine Eigentümerin, die etliche Häuser in dieser Anlage gekauft, mit Möbeln versehen hatte und nun vermietete. Nach zwei Tagen stand aber fest, dass zurzeit kein Haus leer stand und die neuen Häuser noch nicht fertig waren. Der Fertigstellungstermin für die neuen Häuser sollte in 3-4 Monaten, nach Thaizeitrechnung, sein. Damit war für uns entschieden, dass wir abreisen und nach Chiang Rai fahren würden. Hier hatte ich ein interessantes Objekt gefunden. Zudem sagte mir Chiang Rai mehr zu. Es ist, eine kleinere Stadt mit ca. 60 000 Einwohnern, sehr grün und noch etwas kühler als Chiang Mai. Es ist dort beschaulicher und ruhiger als in Chiang Mai. Wir wollten uns in ein Hotel, welches wir bereits vor sechs Jahren zuletzt besucht hatten, einquartieren. Aber wieder Pustekuchen, das Hotel wurde gerade abgerissen. In der Nähe kannten wir ein Apartmenthotel, welches uns das letzte Mal schon positiv aufgefallen war. Hier war dann tatsächlich auch noch ein Zimmer frei. In diesem Zusammenhang muss ich sagen, dass uns sehr wenige Ausländer (Farangs) über den Weg gelaufen sind. Evtl. lag dies daran, dass gerade keine Reisezeit war. Die Fahrt von Chiang Mai nach Chiang Rai war sehr anstrengend. Für 160 km benötigten wir 3,5 Stunden. Die Fahrt ging überwiegend durch bergiges Gebiet, über schlechte und kurvenreiche Straßen. Wir waren erschöpft, sodass wir an diesem Tag nichts Weiteres unternommen haben. Am nächsten Tag haben wir das Objekt, welches einem Niederländer gehört, besichtigt. Für meine Frau war es am Anfang sofort ein Horror, da sie im Wasser eine Schlange gesehen hatte. Die Klappen waren danach sofort unten. Das Haus lag sehr idyllisch und war gut im Schuss. Der Kaufpreis war zwar über unserem Budget, der Besitzer signalisierte allerdings Verhandlungsbereitschaft. Hier hätte man sofort einziehen und wohnen können. Es war alles vorhanden, was in dieser Form wirklich selten der Fall ist. Aber aus oben genanntem Grund (Schlange) war das Objekt uninteressant. Wir fuhren wieder ins Hotel zurück, um am nächsten Tag Richtung Sukhothai zu fahren. Auf dem Weg dorthin war der Besuch bei einem weiteren Deutschen vorgesehen. Die Fahrt nach Sukhothai war genauso beschwerlich, wie die Fahrt von Chiang Mai nach Chiang Rai, allerdings mehr als das doppelt so weit. Der Besuch bei dem Deutschen hat uns nicht weitergebracht. Wir besichtigten sein soeben neu gebautes Riesenhaus mit ca. 400 m² Fläche, für 2 Personen, mitten in der Walachei. Das einzig Erhellende war ein geräuchertes Stück Schinken aus der Heimat. Kurz vor Beginn der Dunkelheit machten wir uns auf das letzte Stück des Heimwegs und fielen dort angekommen, dann sehr müde ins Bett. Der nächste Tag war dann zum Ausruhen gedacht. Hier ließ ich aber nicht locker, denn so langsam ging meine Geduld zu Ende, da immer noch nicht klar war, was meine Frau wollte. Es gab viele Varianten, aber nichts Konkretes.

Natürlich hat sich in der Zwischenzeit auf unserem Grundstück auch nichts getan. Ich ließ ihr Zeit bis zum nächsten Tag. Um es kurz zu fassen, sie rang sich durch, auf unserem Grundstück ein Haus zu bauen. Da sich dort immer noch nichts getan hatte, musste ich meine bekannte Art einsetzen, damit sich doch noch irgendwann einmal etwas bewegt. Zumal die Nachricht kam, dass der Container schon drei Tage früher in Thailand ankommen würde. Wieder ging der Weg zum kleineren Bruder. Es zeichnete sich ab, dass der Platz doch nicht richtig geeignet war. Also wieder zurück zu unserem Grundstück und noch einmal ausführlich diskutiert. Aber dabei kam auch nichts heraus. Wer mich kennt weiß, wie ich dann reagiere. Und plötzlich kam richtig Bewegung in die Angelegenheit. Innerhalb einer Stunde war die thailändische Planierraupe da und nach drei Stunden war dieses Problem gelöst (Kostenpunkt mit Trinkgeld 600 Baht= ca. 14€). Der Autokran konnte nun die Entladung des Containers vornehmen. Allerdings war damit immer noch kein Handstreich für ein Fundament erledigt worden, damit der Container auch akkurat hingestellt werden konnte. Als der Satz„ nur keine Sorge wir machen das schon“ fiel, habe ich sehr schroff reagiert. Das hat wohl gewirkt . Plötzlich wie aus dem Hut gezaubert, fiel das Wort “Autoreifen”. Eine endlose Diskussion, ich glaube das ganze Dorf hat seinen Senf dazu beigetragen, begann. Irgendwann einmal warf ich ein, dass dies mit vier Reifen nicht funktionieren würde, da sich der Container verziehen würde und sich somit später die Türen nicht öffnen lassen würden. Dafür hatte man dann auch eine Lösung. Es sollten LKW–Reifen genommen werden, die größer wären. Und wieder fing eine endlose Diskussion an. Dieser Idee stimmte ich zwar zu, bestand aber auf acht Reifen. Wieder ging die Diskussion von vorne los. Aber alle Diskussionen nützten nichts, da ich auf acht Reifen bestand. Der Tag war rum und nichts geschah. Am nächsten Morgen fuhren wir dann los, um acht alte LKW-Reifen gleicher Größe zu organisieren. Hier muss ich sagen, dass mein Schwager Gott und die Welt kennt und genau weiß, wo man was bekommt. Für die acht Reifen haben wir zusammen 350 Baht bezahlt (ca. 8 €). Mit zwei Mal fahren waren diese dann auch schnell auf dem Grundstück. Meine Frage was denn nun weiter passieren würde, wurde nun endlich nicht mehr mit der bereits mehrmals zitierten Floskel beantwortet, sondern damit, dass im Dorf jemand wäre, der die Arbeit machen würde, aber er gerade bei seiner Mittagspause wäre. Also gönnten auch wir uns eine Pause und tranken Cola und Wasser. Als nach zwei Stunden allerdings immer noch nichts passierte war, wurde ich wieder ungeduldig. Dies nützte nichts, der Mann hätte eben immer noch Pause. Nach der dritten Stunde platzte dann selbst einem Thai der Kragen und er suchte im Dorf einen Anderen, der diese Arbeit ausführen sollte. Nach einer weiteren Stunde wurde dieser dann tatsächlich auch gefunden. Er schaute sich alles an und es begann wieder eine sehr lange Diskussion, ob es nun sechs oder acht Reifen sein sollten. Aber in meiner "Sturheit“ bestand ich auf acht Reifen. So war dann der Tag gelaufen und am Abend fuhren wir wieder zu unserem Bungalow, mit der Erkenntnis, dass morgen früh die Arbeiten beginnen sollten. Eine Definition, was früh ist, war nicht zu bekommen. Also standen wir am nächsten Morgen, nach dem ersten Hahnenschrei auf. Wir hatten ja bewusst keinen Wecker eingepackt und wollten auch keinen kaufen. Jetzt musste noch Zement, Sand und Kies beschafft werden und das noch von verschiedenen Händlern. Nach gut einer Stunde war dies erledigt. Meine Frage, wann denn der Sand und Kies angeliefert würde, konnte nicht beantwortet werden. Thais fragen nie konkret und antworten dementsprechend auch nie konkret. Zur Sicherheit kaufte ich mir im Baumarkt zwei Messwerkzeuge (Roll-Maßbänder). Als wir dann auf dem Grundstück waren, mussten wir uns erst mal in Geduld üben. Es geschah nichts. Also löschten wir erst mal wieder unseren Durst. Gegen Mittag kam plötzlich Bewegung in die Sache. Fünf Frauen und drei Männer kamen mit Handwerkszeug, Behältern sowie einer Schubkarre an. Wie von Geisterhand waren auch plötzlich viele Dorfbewohner da. Und wieder begann eine endlose Diskussion. In Wortfetzen verstand ich sechs oder acht Reifen. Dem Polier war es dann wohl zu viel, denn er wollte anfangen. Hierbei kam zum ersten Mal die Frage auf, wie groß und wie schwer der Container wäre. Man beachte hierbei die vielen Diskussionen im Vorfeld. Meine Frau übersetzte ihm meine Antwort. In der Zwischenzeit, unbemerkt von uns, war dann der Sand und der Kies angeliefert worden. Der Zement war schon da. Der Polier steckte nun die acht Punkte ab, an denen die Reifen liegen sollten. Der Boden wurde etwas geebnet und dann folgte Kies. Während dieser Zeit haben die Frauen die erste Mischung aus Sand, Kies und Zement angerührt. Als die Reifen nun lagen, habe ich meine Rollbänder geholt und zusammen mit dem Polier nachgemessen. Mich traf der Schlag, denn statt einer Breite von 2,40 m wurden von mir 2,00 m gemessen. Ich fragte meine Frau, was sie dem Polier gesagt hätte. Sie sagte 2,40 m breit und 6 m lang. Also wurde zusammen mit dem Polier das richtige Maß hergestellt und die vier Eckpunkte entsprechend angepasst. Während dieser Aktion wurde es sehr ruhig. Vorher hatten ja noch viele Dorfbewohner ausführlich diskutiert. Immer wieder fiel das Wort „Farang„. Aber alle strahlten, als ich "OK" sagte. Jetzt herrschte emsiges Treiben und die ersten Reifen wurden mit der Mischung aus Sand, Kies und Zement gefüllt. Hier sei angemerkt, dass die Frauen schwer arbeiteten, während die Männer viel auf der „faulen Haut„ lagen. Plötzlich kam meine Frau angelaufen und sagte, dass wir Sand, Kies und Zement besorgen müssten. Ich fragte, warum dies erst jetzt bemerkt würde und wer die Angaben für die Menge gegeben hätte. Also die Menge kam vom Polier, das andere wurde nur mit Kopfschütteln quittiert. Also fuhren wir wieder nach Sukhothai und bestellten die gleiche Menge noch einmal. Meine Frau meinte, dass ich die zwei Sack Zement hinten im Auto mitnehmen sollte. Damit war ich allerdings überhaupt nicht einverstanden. Das Ende vom Lied war, dass er mit dem Sand und Kies mitgeliefert werden sollte. Die Frage, wann denn nun geliefert würde, wurde wie üblich beantwortet. Man kann nur mit dem Kopf schütteln. Wir fuhren in der Zwischenzeit Tanken und holten Getränke. Als wir wieder auf unserem Grundstück waren, machten die Arbeiter gerade Pause. Was sollten Sie auch sonst tun. Aber sehr zu meinem Erstaunen, kurze Zeit später kam der LKW mit dem bestellten Baumaterial. Und wieder kam Bewegung auf. Die Frauen mischten die nächste Mischung Beton an, während die Männer noch nicht so weit waren. Nach knapp zwei Stunden waren alle Reifen mit der Mischung gefüllt und ich nahm zusammen mit dem Polier noch eine Maßkontrolle vor. Es passte und alle strahlten. Die Arbeiter sammelten Ihre Utensilien wieder zusammen und verließen das Grundstück.

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Viele Grüße
Wolfgang und Kaek aus Sukhothai / Berlin
E-Mail:
thaikunst@yahoo.de
Homepage: http://thaikunst.de.to/

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