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Baustellenreport


Am 30.08.2010 war der Beginn vom Neubau in Korat. Nach etlichen Gesprächen und Änderungen an der Elektroinstallation und Wasserleitung wurde nach einem buddhistischen Zeremoniell mit den Arbeiten begonnen. Ich war nicht dabei, es soll aber Glück bringen und Unfälle auf der Baustelle verhindern. Trotz intensiven Gesprächen mit den Verantwortlichen musste ich 3- bis 4-mal zur Baustelle fahren und jedes Mal neu erklären, was zu ändern ist. Trotz meiner Zeichnung hat niemand die Änderung verstanden. So viel zum Verständnis der Thais im Bauwesen. Sie kapieren einfach nicht, wenn etwas außerhalb der Norm ist.

Zuerst wird die Bodenplatte mit den Säulen gegossen. Das Haus hat eine Größe von 8 x 8,5m. Es arbeiten ca. 6 – 8 Leute auf der Baustelle. Man kann es bei uns vergleichen mit dem Team eines Fertighauses. Alle können alles, bis auf den Elektriker. Mein Bauplan, den ich bekommen hatte, stimmt nicht mit dem Original überein. Er war spiegelverkehrt und es ist ein Wunder, dass man so bauen kann. Zu Hause am PC habe ich den Plan in der richtigen Form gezeichnet, aber ohne genaue Maßangaben. Elektroplan und Wasserplan wurde mit eingezeichnet. Ein paar Tage später waren wir wieder auf der Baustelle, um noch mal alles zu besprechen. Es kommt richtig Stress auf, wenn die Jungs immer Ja sagen und doch nichts kapieren. Die Thais sagen immer ja, um das Gesicht nicht zu verlieren.

Ich werde morgen am Donnerstag 23.09. wieder zur Baustelle kommen und mit Kopfschmerzen wieder heimfahren. Auf meine deutschen Schalterdosen warte ich seit drei Wochen. Vermutlich hat die Post gemeint, da ist ein Paket voller Kohle und es ist einfach verschwunden. Wartens wir mal ab. Das Haus wird sehr schnell gebaut, da das Team die Kohle verdient und je eher es fertig ist umso schneller wird das nächste Haus erstellt.


Warum in Thailand ein Haus kaufen? Für den Eigenbedarf ist es sinnvoll, wenn keine so hohen Ansprüche gestellt werden. In fünf bis 6 Jahren gebe ich dasselbe Geld für Miete aus. Die Baumaßnahmen begannen am 30. August 2010 und Ende November ist es bezugsfertig. Wo bekommt man einen Neubau für 35000 Euro. Das Haus hat zwei Schlafzimmer, ein kleines Bad und ein großes Wohnzimmer mit Küche. Ein kleiner Garten ist auch dabei, der macht dann nicht mehr so viel Arbeit. Die Wände sind aus Ytongsteinen und isolieren die Wärme auch gut. Das Dach ist leider nicht mit Isoliermaterial ausgelegt. Wenn ich mal wieder Zeit und Geld habe, kaufe ich Isolationsmaterial.

Der Rohbau ist fertig und es geht noch mal zu Baustelle in Korat. Es gibt immer wieder Überraschungen. Der erste Schock war die Küchenzeile. Mein Änderungsplan war wohl für die Toilette gedacht. Die Maße stimmten nicht und es musste wieder geändert werden.

Meinen Änderungsplan habe ich 3 Mal abgegeben für die Katz. Gott sei Dank war ich vor Ort und konnte alles noch rückgängig machen. Das war noch nicht alles. Jetzt kam der Stress mit dem Sicherungskasten. Ich hatte 8 Lehrrohre verlangt. Verlegt wurden nur vier zum Verteiler. Also wieder ran an die Wand und alles ändern, trotzdem ich acht Rohre an die Wand gezeichnet hatte. Meine Wandmalerei, die an einen Neandertaler erinnerte, half nichts. Jetzt kamen die zwei Elektriker und mussten noch Schlitze fräsen. Oh Herr schmeißt Hirn herunter.


Der Chefelektriker war mit meinem Schalplan und dem Verteiler überfordert. Mehr als fünf Automaten und das Hirn spielt nicht mehr mit. (Wo haben die Thais das Hirn?) Mir war das klar und so habe ich aus Sicherheit meine Verteiler und die Steckdosen selber verdrahtet. Gelernt ist gelernt und ein deutscher Geselle muss nicht jeden Tag neu angelernt werden. Man muss auch zur Ehrenrettung der Thais sagen, dass sie kaum Berufsschulen haben und die Meisten vom Zuschauen vielleicht lernen.

Mein Freund Peter aus Dachau hatte mir die deutschen Schalterdosen und Steckdosen mitgebracht. Die alten Plastikdosen durfte ich wieder rausstemmen und neue setzen.

Übers Wochenende wurden dann die Schalter und Steckdosen eingebaut.
© by Heinz Klaus Thiesen