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Internet in Thailand


Internet Da Sie diese gerade diesen Text lesen, kann ich davon ausgehen, dass Sie schon mit dem Internet vertraut sind. Ich erspare mir daher eine Auflistung der mannigfaltigen Möglichkeiten, die dieses Netz mit sich bringt. War es zu Beginn des Internetzeitalters noch üblich übers Telefonnetz via Modem durch Anwahl eines Providers ins Netz zu gelangen, sind inzwischen die vielen verschiedenen technischen Varianten für den Zugang inzwischen kaum noch zu überschauen. Daher hier eine Auflistung der verschiedenen Zugangstechniken.

NECTEC Internetstruktur Thailand

ISDN


Bei ISDN handelt es sich um einen digitalen Telefonanschluss, der spezielle Telefonanlagen bzw. Telefonapparate benötigt und mittels ISDN-Karte eine bescheidene Datenübertragungsrate von gerade mal 64 kBit ermöglicht. Diese Technik kann man getrost als vollkommen veraltet bezeichnen. Es ist daher damit zu rechnen, dass diese Technik in Thailand irgendwann abgeschaltet wird. Die Deutsche Telekom hat dies bereits für Ende 2018 angekündigt.

ADSL, ADSL2+


Inzwischen besteht fast überall in Thailand die Möglichkeit schnelle ADSL-Internetzugänge zu erhalten. In der Anfangszeit wurden dazu die Telefonleitungen der Kunden mitbenutzt. Die meist recht großen Leitungslängen zur Telefonvermittlungsstelle schränkten die maximal möglichen Datenübertragungsraten allerdings sehr stark ein und machten bei sehr großen Entfernungen sogar einen Betrieb völlig unmöglich. Die Internet-Provider sind daher inzwischen dazu übergegangen, die erforderliche Technik in Kundennähe aufzubauen. So finden sich z. B. vor Siedlungen oft Schaltkästen der Provider. Dadurch ist nur noch eine kurze Kabelverbindung zum Kunden möglich. Erst durch diese kurzen Leitungswege sind die heute üblichen hohen Verbindungsraten überhaupt möglich. Die Datenübertragungsraten reichen bei ADSL bis zu 16Mbps/1Mbps (Download/Upload). Aktuell (Juli 2017) wird inzwischen allerdings nur noch die Nachfolgetechnik VDSL und Fiber aktiv beworben.

VDSL


VDSL ist eine DSL-Technik, die wesentlich höhere Datenübertragungsraten, als ADSL, über gebräuchliche Telefonleitungen ermöglicht. Voraussetzung sind allerdings kurze Leitungslängen. Da die Internet-Provider in Thailand inzwischen ohnehin dazu übergegangen sind, direkt vor den Siedlungen ihre Schaltkästen zu installieren, war eine Umstellung auf VDSL sehr einfach. Eine Umstellung erfordert allerdings einen Wechsel des Modems beim Kunden. In Thailand werden VDSL-Tarife mit Datenraten von bis zu 50Mbps/20Mbps (Download/Upload) angeboten.

Fiber


Unter dem Begriff Fiber vermarkten die thailändischen Internet-Provider die aktuell schnellste Internettechnik. Dabei werden Glasfaserkabel verwendet, die tatsächlich bis zum Kunden geführt werden. Die gängigen Tarife für Privatnutzer bieten Datenraten von bis zu 200Mbps/50Mbps (Download/Upload).

DOCSIS - TV Kabelnetz


Ich gehe davon aus, dass viele Kunden die diese Technik nutzen glauben, sie hätten einen ADSL-Anschluss. Für DOCSIS wird allerdings eine völlig andere Technik verwendet. Als Zuleitung wird kein Telefonkabel, sondern ein Koaxkabel verwendet. Da dies der vorhandenen Infrastruktur von TV-Kabelnetzen entspricht, war es naheliegend, das die meisten TV-Kabelanbieter ihr Angebot entsprechend ergänzten. Inzwischen bieten die meisten TV-Kabelprovider daher ein Paket aus TV und Internet an. Bei meinem DOCSIS-Anschluss ergeben Tests durchweg Datenraten von ca. 24Mbps/2Mbps.

Tests der Datenraten:
3BB - ADSL 16Mbps - Ziel: Bangkok
Datenrate 3BB
3BB - ADSL 16Mbps - Ziel: Frankfurt
Datenrate 3BB

3BB - Fiber 50Mbps - Ziel: BangkokDatenrate 3BB
3BB - Fiber 50Mbps - Ziel: FrankfurtDatenrate 3BB

TRUE - DOCSIS - Ziel: BangkokDatenrate TRUE
DatenrateTRUE - DOCSIS - Ziel: FrankfurtDatenrate TRUE

AIS - Fiber 100Mbps - Ziel: BangkokDatenrate AIS
AIS - Fiber 100MBps - Ziel: FrankfurtDatenrate AIS

In der Praxis werden Sie nur einen Anschluss von einem Internetanbieter erhalten können, der die erforderliche Technik in Ihrer Umgebung auch tatsächlich installiert hat. Ein Blick auf die Reklame am Schaltkasten oder eine Rückfrage beim Nachbarn wird bei der Suche sicherlich weiterhelfen. Die Erfahrungen der Nachbarn mit ihrem Internet-Provider sind bei der Wahl des Anbieters sicherlich sehr hilfreich.

Im ländlichen Bereich, fernab des städtischen Lebens, kann es allerdings tatsächlich vorkommen, dass noch keine Internet-Infrastruktur installiert wurde. Die Anbieter werden dies nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten entscheiden. In diesem Fall bleibt nur die Möglichkeit die Internetanbindung via Satellit oder Mobilfunk zu realisieren.

Je nach Technik sind auch auf diesem Weg sehr gute Datenraten zu erzielen. Obwohl die Anbieter mit Flatrates (unbegrenzte Datenmenge) werben, sind diese Werbeversprechen in der Regel Makulatur. Im Kleingedruckten ist meistens irgendwo eine Grenze vermerkt, bei der die Datenrate extrem heruntergeschraubt wird. Mit dem Streamen von Filmen wird die tatsächlich mögliche Datenmenge schnell erschöpft sein. Für das Schauen des heimischen TV-Programms sind die mobilen Varianten in der Regel daher unbrauchbar. Bei Videonutzung sollte daher immer auf eine echte Flatrate geachtet werden.

Satelliten-Internet-ipstar


Die Verbindung zum Internet Provider erfolgt, wie es die Titelzeile schon erahnen lässt, via Satellitenverbindung. Es wird anders als bei manchen ähnlichen Angeboten in Europa, kein Telefonanschluss benötigt. Die erforderliche Technik wird vom Provider installiert und zur Verfügung gestellt. Das max. Datenvolumen und die max. Datengeschwindigkeit hängen vom jeweils abgeschlossenen Tarif ab. Ich selbst nutzte ipstar zwischen Juli 2004 und September 2005, da damals kein ADSL-Anschluss möglich war. Die erreichten Geschwindigkeiten waren weit entfernt von dem, was ich von einem schnellen ADSL-Anschluss her gewohnt war. Sollte wirklich keine andere Möglichkeit zur Verfügung stehen, wie dies z. B. bei einem Kreuzfahrtschiff aus naheliegenden Gründen ersichtlich ist, wird man ipstar aber sicherlich dankend akzeptieren. An Land würde ich als alternative Notlösung eher auf eine Internetanbindung via Mobilfunk zurück greifen.
ipstar

Internet via Mobilfunk


Für unterwegs, oder auch als Alternative wenn ADSL, VDSL, Fiber oder DOCSIS nicht verfügbar sind, ist die Nutzung des Mobilfunknetzes ideal.

Für PCs oder Notebooks, die nicht für den Mobilfunkempfang ausgestattet sind, stehen sogenannten Surfsticks bereit, die die Verbindung zum Mobilfunknetz und somit zum
Surfstick Internet herstellen. Sie werden einfach in die USB-Buchse des Computers gesteckt. Alternativ ist auch ein modernes Smartphone dafür geeignet. Dazu muss im Smartphone einfach nur das sogenannte „Tethering“ aktiviert werden. Dadurch wird das Telefon zum mobilen WLAN-Hotspot. Notebooks oder Tablets finden es dann als WLAN-Quelle und sind somit sogar drahtlos mit dem Internet verbunden.

Die Nutzung von Mobilfunktechniken hat gegenüber ADSL oder DOCSIS leider den entscheidenden Nachteil, das es im Mobilfunkbereich meistens keine echte Flatrate gibt. Im Kleingedruckten ist meistens irgendwo eine Grenze vermerkt, bei der die Datenrate extrem heruntergeschraubt wird. Sobald eine vorgegebene Datenmenge überschritten wird, wird die Datenrate automatisch stark gedrosselt. Solange man auf Videoinhalte verzichtet, kann man allerdings auch mit Mobilfunktechniken zur Internetnutzung auskommen.

Im Laufe der Jahre wurden immer neue schnellere Verbindungstechniken entwickelt, auf die ich hier kurz eingehen möchte:
GPRS
Theoretisch soll diese Technologie fast dreimal so schnell, wie eine normale Modemverbindung (bis zu 153 kbps) sein. In Deutschland durchgeführte Versuche haben in der Praxis einen Wert von 60-70 kbps ergeben.

EDGE
Eine verbesserte GPRS Variante mit einer theoretischen Datenübertragungsrate von 384 kbps. In der Praxis werden Werte von 150-200 kbps erreicht.

3G

3G erreicht eine Datenübertragungsrate von bis zu 7,2 Mbit/s. Der landesweite 3G Ausbau ist je nach Mobilfunkbetreiber sehr unterschiedlich. In Gebieten mit fehlendem 3G-Empfang wird die Internetverbindung automatisch auf den langsameren GPRS/EDGE-Betrieb umgeschaltet.


4G (LTE)
4G ist eine Weiterentwicklung von 3G und erreicht unter idealen Bedingungen eine noch wesentlich höhere Datenübertragungsrate von bis zu 100 Mbit/s.

Einschätzung der Empfangsbedingungen
Um die Empfangsbedingungen der Mobilfunkbetreiber bezogen auf einen bestimmten Standort vergleichen zu können, ist das von Mobilfunknutzern mittels App per Crowdsourcing zusammengetragene Datenmaterial von
OpenSignal sehr hilfreich. Geben Sie dazu dort einfach den gewünschten Standort ein, um zu erfahren, wie dort die Empfangsbedingungen der einzelnen Mobilfunkbetreiber sind.
OpenSignal

WLAN-Hotspots


Moderne Notebooks, Tablets und Smartphones haben bereits Komponenten integriert, um Internet über WLAN nutzen zu können. Es lassen sich auch normale Desktop-PCs mit einer WLAN-Karte oder einem WLAN-Stick problemlos nachträglich nachrüsten. Im Umkreis von einigen hundert Metern um die WLAN-Hotspots ist so drahtlos der Kontakt zum Internet möglich. Die meisten Hotels und auch einige internationale Schnellrestaurants bieten kostenlose Hotspots an. Bei den kostenpflichtigen Angeboten, der Internetprovider, ist immer zu bedenken, dass diese Technik niemals annähernd flächendeckend sein kann. Ein 3G-Tarif ist wesentlich flexibler und nur unwesentlich teurer.

speedtest.net Datenübertragungsrate messen
Eine hohe Datenrate innerhalb von Thailand ist alleine noch nicht aussagekräftig. Sie wäre nutzlos, wenn die Datenrate in dem Bereich einbricht, indem man überwiegend surft. Daher sollte man als Ziel einen entsprechenden Server auswählen.

Internet Provider
3BB
AIS
CSLoxinfo

TOT
True

-Stand Juli 2017-

Siehe auch die Rubriken:
Radio und TV via SAT
PC-Tipps speziell für Thailand
Faxe und Briefe via Internet versenden/empfangen
Radio und TV via Internet
Telefon

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© by Heinz Klaus Thiesen