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Rentenzahlung nach Thailand
Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich ausschließlich auf deutsche Renten. Ich möchte mit dieser Homepage keinen weiteren Rentenratgeber eröffnen, sondern auf die Besonderheiten und möglichen Fallstricke hinweisen, die ein Umzug nach Thailand mit sich bringen kann. Damit sollte es möglich sein, kritische Punkte der eigenen Rentenversicherung zu erkennen und gezielt bei der Deutschen Rentenversicherung nachzufragen.

Thailand gehört weder zur EU noch besteht zwischen Deutschland und Thailand ein Sozialversicherungsabkommen. Deshalb gibt es bei einigen Rentenarten Besonderheiten zu beachten.

Beantragung der Rente
Der Rentenantrag sollte möglichst ein halbes Jahr vor Erreichen des Rentenalters gestellt werden.

Wer noch in Deutschland lebt, kann sich dabei von einem Berater der Deutschen Rentenversicherung unterstützen lassen. Wer bereits nach Thailand ausgewandert ist, kann die Antragsformulare online herunterladen oder den Rentenantrag direkt über das Internet stellen.


Renten nach dem Fremdrentengesetz
Wer Rentenzeiten nach dem Fremdrentengesetz (FRG), beispielsweise als Spätaussiedler, erworben hat, muss bei einem Umzug nach Thailand mit Einschränkungen rechnen. Rentenanteile, die auf solchen Zeiten beruhen, werden grundsätzlich nicht außerhalb der EU, des EWR und der Schweiz ausgezahlt.

Es empfiehlt sich daher unbedingt, vor der Auswanderung eine individuelle Auskunft bei der Rentenversicherung einzuholen.

Altersrente

Deutsche Altersrenten werden grundsätzlich auch nach Thailand überwiesen. Eine pauschale Kürzung allein wegen des Wohnsitzes in Thailand gibt es nicht. Allerdings können bestimmte Versicherungszeiten, insbesondere nach dem Fremdrentengesetz, zu Einschränkungen führen.

Die Renten sollten rechtzeitig vor dem Umzug auf die Auslandszahlung umgestellt werden. Auch bei einem bereits in Thailand lebenden Antragsteller empfiehlt sich eine frühzeitige Antragstellung.


Rentenkürzung für Thaifrauen aufgehoben
Früher wurde die Rente von Ausländern, die ihren Lebensabend außerhalb Europas in ihrer Heimat verbrachten, unter bestimmten Voraussetzungen um 30 Prozent gekürzt. Davon waren auch zahlreiche Thailänderinnen betroffen, die in Deutschland durch eigene Berufstätigkeit Rentenansprüche erworben hatten.

Diese Kürzung wurde aufgrund europarechtlicher Vorgaben zum 1. Oktober 2013 aufgehoben. Bei älteren Rentenbescheiden sollte geprüft werden, ob die Rente tatsächlich ungekürzt ausgezahlt wird.

Beitragserstattung für Thailänder

Thailändische Staatsangehörige, die in Deutschland rentenversicherungspflichtig beschäftigt waren und anschließend dauerhaft in ihre Heimat zurückkehren, können unter bestimmten Voraussetzungen ihre selbst gezahlten Rentenversicherungsbeiträge zurückfordern.

Hierfür müssen in der Regel 24 Monate seit dem Ausscheiden aus der Versicherungspflicht vergangen sein. Erstattet wird grundsätzlich nur der eigene Arbeitnehmeranteil, nicht der Arbeitgeberanteil.

Deutsche Staatsangehörige können ihre Beiträge auf diesem Wege nicht zurückfordern.

Allgemeine Wartezeit
Für einen Anspruch auf die reguläre Altersrente müssen grundsätzlich mindestens 60 Monate an Beitragszeiten vorhanden sein. In bestimmten Sonderfällen gelten Ausnahmen.

Berufs- und Erwerbsminderungsrente
Bei einer Erwerbsminderungsrente kann ein Umzug nach Thailand erhebliche Auswirkungen haben. Insbesondere Renten, die von der jeweiligen Arbeitsmarktlage abhängig sind, können im Ausland nicht ohne Weiteres weitergezahlt werden.

Wer eine solche Rente bezieht oder beantragt hat, sollte unbedingt vor dem Umzug eine schriftliche Auskunft der Deutschen Rentenversicherung einholen.

Witwen- und Witwerrente
Die gesetzlichen Regelungen gelten gleichermaßen für Witwen und Witwer. Ich verwende nachfolgend der Einfachheit halber überwiegend den Begriff Witwenrente.

Bei der Hinterbliebenenrente wird zwischen dem alten und dem neuen Recht unterschieden.

Wurde die Ehe vor dem 1. Januar 2002 geschlossen und ist mindestens ein Ehepartner vor dem 2. Januar 1962 geboren, gilt grundsätzlich noch das alte Recht. Die große Witwenrente beträgt dann 60 Prozent statt der sonst üblichen 55 Prozent der Rente des Verstorbenen.

Es ist durchaus sinnvoll, die entsprechenden Antragsformulare und persönlichen Unterlagen bereits zu Lebzeiten gemeinsam vorzubereiten. Gerade für thailändische Ehepartnerinnen kann die spätere Auseinandersetzung mit der deutschen Behördensprache schwierig werden.

Die Formulare und Erläuterungen stellt die Deutsche Rentenversicherung zur Verfügung.

Sterbevierteljahr
In den ersten drei Kalendermonaten nach dem Tod des Ehepartners erhält der Hinterbliebene grundsätzlich die volle bisherige Rente des Verstorbenen. Dies gilt, wenn der Verstorbene bereits eine eigene Rente bezogen hat.

Hinterbliebenenrente für Thailänder
Die früher geltende Kürzung der Hinterbliebenenrente auf 70 Prozent für ausländische Hinterbliebene, die beispielsweise in Thailand leben, wurde rückwirkend zum 5. Mai 2005 aufgehoben.

Für die Frage einer möglichen Kürzung ist unter anderem die Staatsangehörigkeit des verstorbenen Versicherten entscheidend. Bei einem deutschen oder EU-Staatsangehörigen wird die Hinterbliebenenrente grundsätzlich nicht wegen des Wohnsitzes in Thailand gekürzt.

Kleine Witwenrente
Hat die Witwe das für den jeweiligen Todeszeitpunkt geltende Mindestalter für die große Witwenrente noch nicht erreicht, ist nicht erwerbsgemindert und erzieht kein berücksichtigungsfähiges Kind, erhält sie grundsätzlich die kleine Witwenrente.

Diese beträgt 25 Prozent der Rente des Verstorbenen und wird nach neuem Recht längstens 24 Monate gezahlt. Voraussetzung ist grundsätzlich, dass die Ehe mindestens ein Jahr bestanden hat.

Große Witwenrente
Die große Witwenrente beträgt nach neuem Recht 55 Prozent der Rente des Verstorbenen. Sie wird unter anderem gezahlt, wenn die Witwe das maßgebliche Mindestalter erreicht hat, erwerbsgemindert ist oder ein berücksichtigungsfähiges Kind erzieht.

Die Altersgrenze wird schrittweise von 45 auf 47 Jahre angehoben. Für Todesfälle im Jahr 2026 liegt sie beispielsweise bei 46 Jahren und sechs Monaten.


Witwe mit eigenem Einkommen

Verfügt die Witwe über eigenes Einkommen, wird dieses unter Berücksichtigung eines Freibetrags auf die Hinterbliebenenrente angerechnet. Das gilt grundsätzlich auch für eigenes Renteneinkommen.

Waisenrente

Kinder erhalten grundsätzlich bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres Waisenrente. Während einer Schul- oder Berufsausbildung, eines Studiums oder bei bestimmten anderen Voraussetzungen kann die Zahlung bis zum 27. Lebensjahr weiterlaufen.

Neben leiblichen Kindern können unter bestimmten Voraussetzungen auch Adoptiv- und Pflegekinder sowie Enkel und Geschwister berücksichtigt werden.

Riester-Rente

Wer dauerhaft nach Thailand auswandert, muss beachten, dass die staatliche Riester-Förderung grundsätzlich zurückgezahlt werden muss. Das betrifft die erhaltenen Zulagen und gegebenenfalls die steuerlichen Vorteile.

Die Auswanderung kann daher erhebliche finanzielle Nachteile mit sich bringen. Wer bereits einen Riester-Vertrag besitzt, sollte sich vor dem Umzug über die möglichen Rückforderungen informieren.

Rürup-Rente

Bei der Rürup-Rente (Basisrente) muss die staatliche Förderung bei einem Umzug nach Thailand grundsätzlich nicht zurückgezahlt werden.

Da es sich um private Versicherungsverträge handelt, sollte man die Wirtschaftlichkeit allerdings genau prüfen. Gerade bei hohen Abschluss- und Verwaltungskosten kann die tatsächliche Rendite enttäuschend ausfallen.

Kranken- und Pflegeversicherung

Mit der dauerhaften Verlegung des Wohnsitzes nach Thailand endet grundsätzlich die Mitgliedschaft in der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung. Auch die Pflegeversicherung ist davon betroffen.

Die genauen Folgen hängen jedoch von der bisherigen Versicherung und der persönlichen Situation ab. Bei privat Krankenversicherten gelten andere Regelungen.

Wer später nach Deutschland zurückkehren möchte, sollte sich unbedingt vor der Auswanderung bei seiner Krankenkasse über die Möglichkeiten einer erneuten Versicherung informieren. Eine automatische Wiederaufnahme in die frühere Versicherung ist nicht in jedem Fall gewährleistet.

Besteuerung deutscher Renten in Thailand
Die Besteuerung deutscher Renten bei einem Wohnsitz in Thailand ist nicht ganz einfach. Entscheidend sind die Art der Rente, das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und Thailand sowie die persönlichen steuerlichen Verhältnisse.

Besteuerung in Deutschland

Grundsätzlich richtet sich das Besteuerungsrecht nach dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Thailand.

Bei einer gesetzlichen Altersrente aus der Deutschen Rentenversicherung liegt das Besteuerungsrecht grundsätzlich in Thailand, wenn der Rentner dort steuerlich ansässig ist. Bei Beamtenpensionen und bestimmten anderen Versorgungsbezügen gelten dagegen abweichende Regelungen. Diese können weiterhin in Deutschland steuerpflichtig sein.

Für Rentenempfänger mit Wohnsitz im Ausland ist in Deutschland grundsätzlich das Finanzamt Neubrandenburg zuständig. Es prüft anhand des jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommens, ob und in welchem Umfang Deutschland Steuern erheben darf.

Besteuerung in Thailand

Auch Thailand kann unter bestimmten Voraussetzungen Steuern auf ausländische Einkünfte erheben.

Wer sich mindestens 180 Tage im Kalenderjahr in Thailand aufhält, gilt grundsätzlich als steuerlich ansässig. Werden ausländische Einkünfte, die ab dem 1. Januar 2024 erzielt wurden, nach Thailand überwiesen, können diese nach thailändischem Steuerrecht steuerpflichtig sein. Das gilt grundsätzlich auch dann, wenn die Überweisung erst in einem späteren Jahr erfolgt.

Allerdings müssen dabei die Bestimmungen des Doppelbesteuerungsabkommens berücksichtigt werden. Es entscheidet, welchem Staat das Besteuerungsrecht für die jeweilige Einkunftsart zusteht. Eine Doppelbesteuerung soll dadurch vermieden werden.

Wer dauerhaft nach Thailand auswandert, sollte deshalb vorab klären, wie die eigene Rente oder Pension steuerlich behandelt wird. Eine pauschale Aussage zur Steuerfreiheit deutscher Renten in Thailand wäre nicht richtig.

Weitere Informationen:


Lebensbescheinigung für deutsche Rentner
Die Deutsche Rentenversicherung muss regelmäßig überprüfen, ob die Voraussetzungen für die weitere Rentenzahlung noch vorliegen. Deshalb erhalten Rentner mit Wohnsitz in Thailand grundsätzlich einmal jährlich eine Aufforderung zur Abgabe einer Lebensbescheinigung.

Ab 2024 kann dieser Nachweis weltweit wahlweise auf dem Postweg oder digital erbracht werden. Seit 2026 wird der digitale Lebensnachweis regulär angeboten. Die Übermittlung per Smartphone oder Tablet erspart in vielen Fällen den Gang zu einer Behörde.

Digitaler Lebensnachweis
Renten Service der Deutschen Post:
Schritt-für-Schritt-Anleitung


Ersatzbestellung Digitaler Lebensnachweis der Deutschen Rentenversicherung
Sollte das Formular „Lebensnachweis“ nicht eingetroffen sein und es damit auch nicht möglich sein, den digitalen Lebensnachweis via Smartphone zu nutzen, besteht die Möglichkeit, dies über folgende
Website zu erledigen.

Wer weiterhin das Papierformular verwendet, kann die Lebensbescheinigung bei einer deutschen Auslandsvertretung, einem Honorarkonsul oder einer geeigneten thailändischen Behörde bestätigen lassen.

Wichtig: Die im Anschreiben genannte Frist sollte unbedingt eingehalten werden. Wird der Lebensnachweis nicht rechtzeitig eingereicht, kann die Rentenzahlung eingestellt werden.

Änderungen der Anschrift, der Bankverbindung oder des Familienstandes müssen dem Renten Service der Deutschen Post beziehungsweise dem zuständigen Rentenversicherungsträger unverzüglich mitgeteilt werden.

Überweisung der Rente nach Thailand

Die Deutsche Rentenversicherung überweist die Rente selbstverständlich auch nach Thailand. Die Zahlung kann auf ein eigenes thailändisches Bankkonto oder auf ein Konto in Deutschland erfolgen.

Bei einer Überweisung nach Thailand können allerdings Gebühren der beteiligten Banken und Wechselkursverluste entstehen. Diese Kosten können den tatsächlich gutgeschriebenen Betrag entsprechend verringern.

Vor der Entscheidung sollte man deshalb die verschiedenen Überweisungsmöglichkeiten und deren Kosten vergleichen.

Links für deutsche Rentner

Links für schweizer Rentner



Siehe auch die Rubriken:


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